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kma AugustausgabeVerschwendung auf Rädern

Die Bettenlogistik im Krankenhaus läuft längst nicht so rund, wie sie könnte. Unser Redakteur Adalbert Zehnder hat sich die Situation genauer angeschaut.

Sabine Salamon war ein Notfall, auch wenn sie zu Fuß ins Krankenhaus kam. Der Sturz von der Treppe war schon ein paar Wochen her, doch plötzlich wurden die Schmerzen schlimmer und schlimmer. Verdammtes Wochenende. Die Lehrerin wollte ein Röntgenbild, ein Schmerzmittel, Klarheit: Beckenbruch, ja oder nein? Und dann das Berliner Humboldt-Klinikum wieder verlassen, wie sie gekommen war: zu Fuß. Am Ende konnte sie das sogar. Und zwischendrin? "Da schob man mir ein Bett hin und sagte: Legen Sie sich erstmal hin!”

Einen Sitzplatz hätte Salamon als höflich und völlig ausreichend empfunden, und sie protestierte sogar – vergeblich. "Das ist hier so”, sagte jemand vom Personal. Salamon war verwundert: "Da gibt’s keine Sitzplätze. Da gibt’s nur Betten.” Ihr Bett war frisch gemacht, was sonst? Und obwohl sie nur Patientin ist und keine Krankenhausexpertin, fielen ihr im Zuge dessen auch die 20 anderen Betten auf, die den Flur der Rettungsstelle füllten. "Hilflos gemacht und regelrecht genötigt” kam sie sich vor. Eine merkwürdige und enttäuschende Erfahrung war dies für eine Mutter, die dank der Blessuren von eigenen und Nachbarskindern das Klinikum in den vergangenen Jahren regelmäßig aufgesucht hatte und dessen medizinische Qualität ausdrücklich schätzt. Salamon wörtlich: "Die sind sonst richtig toll.”

Der "gefühlte Mangel” als Problem
Die Bettenlogistik an deutschen Krankenhäusern läuft längst nicht so rund, wie sie sollte und könnte. Das Humboldt-Klinikum ist nur ein Beispiel dafür. "Die Bettenversorgung ist einer der wichtigsten und sensibelsten Versorgungsprozesse”, sagt Martin Vitzithum, Leiter Betriebs- und Versorgungsmanagement am Klinikum Fürth, "aber leider auch einer der unauffälligsten.” Vitzithum spricht von einer "Blackbox”. Während im medizinischen Primärgeschäft Prozesse standardisiert und jeder Handgriff und jeder Cent erfasst und ausgewertet würden, passiere die Bettenversorgung eher, als dass sie bewusst gesteuert werde. "Moderne Krankenhäuser haben sehr komplexe Strukturen. Dadurch ist es oft schwer, die Betten im Umlauf und in der Aufbereitung zu überblicken und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten”, sagt Christian Heister, Leiter des Bereichs Process beim Bettenhersteller Stiegelmeyer. "Einen echten Kümmerer auf Leitungsebene gibt es kaum”, kritisierte Vitzithum kürzlich bei einem Expertenforum zu diesem Thema auf der Fachmesse Medlogistica in Leipzig. Dabei zeigte der Betriebswirt mit dem Finger ganz und gar nicht nur auf andere.

Noch vor nicht all zu kurzer Zeit hatte er das Problem selbst. Sein Klinikum hatte im Jahr 2009 eine ganze Generation Krankenbetten ausgemustert und für rund drei Millionen Euro 600 neue Betten angeschafft. "Doch plötzlich war alles schlechter als vorher”, erzählte Vitzithum. Objektiv und physisch waren genug Betten im Haus. "Nur: Das war für die Mitarbeiter nicht spürbar. Dieser relative und subjektive Mangel bestand darin, dass Mitarbeiter der Pflege Betten angefordert, aber nicht bekommen haben.” Dies mündete am Ende in die Forderung nach noch mehr Betten – die dann an neuen und häufig unbekannten Stellen "als geheime Vorsorge gebunkert” worden beziehungsweise im Weg gestanden wären. Eine groteske Situation. In der Führungsetage schrillten die Alarmglocken. "Ja, die Bettenorganisation im Klinikum Fürth war verschwenderisch”, räumt Vitzithum offen ein – in vielerlei Punkten. (Siehe Kasten Seite 64: "So verschwenden Krankenhäuser Geld”). Die Klinikleitung entschloss sich dazu, die Blackbox zu knacken. In einem interdisziplinären Verbesserungsprojekt wurde das Bettenmanagement analysiert und neu organisiert, mit dem Ziel, die durchaus widersprüchlichen Ziele Verfügbarkeit, Fläche, Hygiene und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bekommen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der kma-Augustausgabe.

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