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IT-ManagementViele IT-Leiter verfügen über kein Budget

Beim IT-Management gibt es in deutschen Krankenhäusern noch enorme Defizite. Vor allem das Thema Projektportfoliomanagement wird sträflich vernachlässigt

Alles andere als optimal läuft das IT-Management in deutschen Krankenhäusern. Diese Auffassung vertrat Helmut Schlegel vom Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiter (KH-IT) bei seinem Vortrag auf dem conhIT-Kongress. Eines der größten Defizite sei, dass in den meisten Kliniken in Deutschland kein durchdachtes Portfoliomanagement für IT-Projekte existiere. Wenn eine neue Projektidee auftaucht, müssten zunächst einmal die Anforderungen systematisch bewertet, danach ein Plan erstellt und die Kosten kalkuliert werden, so Schlegel. Darauf aufbauend lasse sich dann erst einschätzen, ob es sich lediglich um eine laufende Optimierung, um ein kleines oder gar um ein großes Projekt handele. Schlegel fragte in die Runde, wie viele der anwesenden IT-Leiter der Auffassung seien, dass in ihrer Einrichtung kein vernünftiges Projektportfoliomanagement existiere. Antwort: die Hälfte.

Defizite in der Ermächtigung der IT-Leiter
Defizite sieht Schlegel auch bei der Ermächtigung der IT-Leiter. So gebe es in Deutschland immer noch große Krankenhäuser, in denen der IT-Leiter nicht einmal befugt sei, einen PC ohne Genehmigung zu bestellen. Und gar nicht wenige IT-Leiter verfügen weiterhin über kein eigenes Jahresbudget, sondern müssen Investitionen Projekt für Projekt einzeln beantragen. Nicht ideal bestellt scheint es auch um das Selbstbild vieler IT-Leiter in Deutschland zu sein. Zumindest plädierte Schlegel hier für etwas mehr Realismus in der Eigenschätzung. So habe kürzlich eine Umfrage ergeben, dass sich 83 Prozent der IT-Leiter in Krankenhäusern als direkt angebunden an die Geschäftsleitung betrachten, und zwei Drittel fühlten sich in die Entwicklung der Krankenhausstrategie eingebunden.

IT-Leiter bieten Werkzeuge zur Prozessunterstützung
Schlegel zweifelt an diesen Zahlen, und die IT-Leiter im Publikum des conhIT-Kongresses waren mit ihm einer Meinung. Nur eine Minderheit sieht sich demnach in einer Position mit strategischer Entscheidungskompetenz. Ob das überhaupt erstrebenswert ist, ließ Schlegel offen: IT-Leiter böten Werkzeuge zur Prozessunterstützung und zur Erhöhung der Effizienz der primären Dienstleister an. Das sei ihre Kernaufgabe und Kernkompetenz.

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