Feuerwehrmänner auf der ganzen Welt vertrauen ihr Leben Dräger-Technik an. In jedem Rettungswagen, in Operationssälen, auf Intensiv- und Frühchenstationen vieler Krankenhäuser kommen Dräger-Produkte zum Einsatz. Die Tiefseetaucher atmen Dräger-Sauerstoff. Die Alcoltest-Röhrchen der Polizei wurden von Dräger-Mitarbeitern nach einer Betriebsfeier 1953 erdacht und in der Folge weiterentwickelt. Heute ist Dräger auf diesem Gebiet Weltmarkführer. Der internationale Tunnelbau kommt ebenfalls nicht ohne den Spezialisten aus Norddeutschland aus, der sich mit seinem Portfolio als ganzheitlicher Anbieter für Sicherheitslösungen, beispielsweise mit Rettungskammern, einen Namen gemacht hat. Überall dort, wo Technik Leben schützt, unterstützt oder rettet, findet sich ein Teil Dräger. Folgerichtig die Leitidee des Unternehmens: Technik für das Leben.
Eigenwilligkeit siegt
Wäre es nach externen Beratern, wie den Portfolio-Managern der Finanzmärkte gegangen, hätte die Drägerwerk AG & Co. KGaA heute ein anderes Gesicht. Immer wieder versuchten diese, den Vorstand des Lübecker Familienunternehmens davon zu überzeugen, einen der beiden Geschäftsbereiche zu verkaufen und damit das Profil "zu schärfen”. Stefan Dräger Vorstandsvorsitzender, entschied sich entgegen aller Warnungen dennoch für größere Vielfalt im eigenen Unternehmen. Heute, einige globale Krisenjahre später, bestätigt erneut der Erfolg diesen Unternehmenskurs. Dräger wurde mit zwei Rekordjahren in Folge, 2010 und 2011, für sein Vertrauen in die eigenen Qualitäten belohnt. Auch 2012 sieht bislang sehr gut aus. Dazu beigetragen haben auch wieder einige Großaufträge, die, da ist er sich sicher, das Unternehmen gewonnen hat, vor allem wegen der Vielfalt seiner Geschäftsmodelle. Die kundenspezifische Systemlösung für Wechselaufbauten von Tunnelrettungszügen beispielsweise gibt es nicht von der Stange, zu viele Komponenten müssen nahtlos ineinander greifen. Diese Schnittstellen-Problematik zu beherrschen, das ist eine der Stärken von Dräger.
Geschichte wiederholt sich – Export in Zeiten der Krise
In Zahlen heißt das für die ersten neun Monate 2012 einen währungsbereinigten Anstieg beim Auftragseingang von 2,3 Prozent auf 1.769 Millionen Euro zu 1.680 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz liegt mit 1.647 Millionen Euro 2,5 Prozent über dem des Vorjahres im gleichen Zeitraum. Das sind erst einmal erfreuliche Zahlen, die aber in sich noch nicht verraten, wie es dazu kam. Denn: Die Jahre 2008/ 2009 gehören zu den wirtschaftlich schwierigsten der jüngeren Geschichte. "Im Krisenjahr 2009 beispielsweise hatten wir in einigen Produktbereichen unterjährig um bis zu 70 Prozent Rückgang”, gibt Stefan Dräger sich nachdenklich. Doch wie einst sein Großvater, Heinrich Dräger, der schon in den Dreißiger Jahren das Überleben des Betriebs durch Export sichert, verzeichnet auch er eine gute Auftragslage im Ausland. Nahezu überall auf der Welt läuft es besser als erwartet. Amerika und der Asien-Pazifik-Raum nehmen die größte und stabilste Rolle ein.
Ein weiterer wichtiger Grund ist allerdings auch, dass das Programm zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung, auch Turnaround Programm genannt, erfolgreich umgesetzt wurde. Das Umdenken wurde für den erfolgsverwöhnten Ingenieur notwendig als sich 2008 die Wirtschaftskrise ankündigte. "Die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen macht es für mich in solchen Situationen wie der Krise 2009 eher schwieriger, kritische Entscheidungen zu treffen. Letztendlich ist aber das qualifizierte Überleben des Unternehmens in so einer Phase oberstes Gebot.” Deshalb wurde in Lübeck an den richtigen Stellen lieber kräftig gespart, anstatt Personal abzubauen.
Internen Wissenstransfer begünstigen
Drägers konzernweites Turnaround-Programm stellte 2009 dazu unter strikten Spar- und Optimierungsmaßnahmen alle Ausgaben und Strukturen auf den Prüfstand, um mögliche Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Nach und nach wird alles umgebaut, das Ergebnisziel durch das Programm wird dann sogar ein Jahr früher erreicht als ursprünglich geplant. 2010 steigert Dräger seine Ertragskraft gegenüber 2008 vor Implementierungskosten um insgesamt 107,3 Millionen Euro. Ursprünglicher Plan war es gewesen, 2011 einen positiven, nachhaltigen Ergebniseffekt von 100 Millionen Euro zu erzielen. Im vergangenen Jahr wurden als strategische Maßnahme die Vertriebsstrukturen der Unternehmensbereiche Sicherheits- und Medizintechnik zusammengelegt. Am 1. Januar 2013 geht der nächste Baustein einer neuen Marketingstruktur in die Umsetzung. Die Neustrukturierung soll vor allem auch den Wissenstransfer und die Innovationskraft innerhalb des Unternehmens begünstigen, die Reaktionszeiten verringern und so den Kundenwert weiter steigern. "Die Einteilung in Medizin- und Sicherheitstechnik wird der Vielfalt von Dräger nicht gerecht”, erklärt Dräger die Idee dahinter. "Wir werden eine wirklich global vernetzte Organisation, in der nicht mehr jeder um das eigene Budget kämpft, sondern in der gemeinsam Neues entwickelt wird.” Soll heißen: "Wenn Dräger wüsste, was Dräger weiß” ist einer der prägenden Gedanken dafür, besser zusammen zu arbeiten und voneinander zu lernen.
Mehr als 120 Jahre Dräger
Das 1889 gegründete Unternehmen hat weltweit rund 12.500 Mitarbeiter. In Lübeck sind es derzeit 4.360. In über 190 Ländern ist Dräger mit seiner Technik vertreten. In den USA ist die Bezeichnung "Draegermen” seit 100 Jahren in den heimischen Sprachgebrauch als Bezeichnung für Rettungskräfte der Grubenrettung eingegangen. Auch in der ehemaligen DDR trugen die Feuerwehrmänner Chemikalienschutzanzüge aus Lübeck, deren Logos jedoch geschwärzt wurden. Es ging und geht dem Familienunternehmen Dräger schon immer um Vertrauen. In die eigene Technologien, die eigenen Mitarbeiter, das eigene Bauchgefühl und in die eigene Zukunft.


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