Nach zwei Jahren kehrt der deutsche Assistenzarzt Paul Brandenburg frustriert von Zürich nach Berlin zurück. Er sieht sich als Opfer fremdenfeindlicher Schweizer ? seine Vorgesetzten bestreiten dies. Er ist nicht der erste Arzt, der sich über die anti-deutsche Haltung in Krankenhäusern beschwert. Doch Brandenburger hat seine Geschichte in der Schweizer Zeitung öffentlich gemacht und damit eine Diskussion ausgelöst. Die "Tages-Anzeiger" schreibt über den Fall Brandenburger: "Angeeckt ist er in der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie bereits in der ersten Arbeitswoche. Seine Oberärztin machte ihm klar: «Sie sind einer von diesen Ausländern, die die Schweiz kaputt machen.» Für die Äusserungen der Oberärztin entschuldigte sich der Klinikdirektor bei Brandenburg. Doch die Probleme hörten nicht auf ? im Gegenteil. Von allen Seiten war er Klagen über «die arroganten deutschen Ärzte» ausgesetzt. Nach sechs Monaten hatte er genug und wechselte in die Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie.
Doch auch dort dauerte es nicht lange, bis sich Anfeindungen und Sticheleien einstellten. Vor allem vom Pflegepersonal fühlte er sich ständig über die örtlichen Sitten belehrt ? nicht selten blossgestellt vor seinen Patienten. Rückendeckung spürte Brandenburg von niemandem, auch von seinem Schweizer Oberarzt nicht. Dieser hatte ihm empfohlen, bei den Provokationen wegzuhören und sich ja nicht zu beschweren. Dies würde auf ihn zurückfallen, weil die Pflegelobby zu stark sei."


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