Georg Thieme Verlag KG

... Fortsetzung des Artikels

ViDia Kliniken KarlsruheWillkommens-Mentoren geben Starthilfe mit Langzeitwirkung

Erfolgreiche Integration spielt in der noch recht jungen ViDia-Geschichte ohnehin eine entscheidende Rolle. Die Kliniken sind im Jahr 2016 aus der Fusion des evangelischen Diakonissenkrankenhauses in Karlsruhe-Rüppurr und der katholischen St. Vincentius-Kliniken entstanden. Heute arbeiten an den vier Standorten mit zusammen 1.000 Planbetten insgesamt rund 3200 Beschäftigte, etwa 400 von ihnen haben nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, sagt Pöppelbaum: „Und auch gut die Hälfte der fast 300 Auszubildenden hat Migrationshintergrund.“ Tendenz steigend. 

Gemeinsam den Alltag organisieren

Dayse Koschier ist auch Ansprechpartnerin für die mittlerweile fünf Vermittlungsagenturen, die für ViDia im Ausland nach Pflegekräften suchen. Der Schwerpunkt liegt bislang auf Albanien und den Philippinen, hinzu kommen Kräfte aus Nordmazedonien und Serbien. Koschier ist in Karlsruhe eine ihrer wichtigsten Kontaktpersonen, wenn es Probleme gibt, und immer da, wenn es darum geht, den Alltag zu organisieren – von der Arztsuche über Fragen der Krankenkasse bis hin zum Rundfunkbeitrag. Weil die Betreuung der mittlerweile 23 neuen Kolleginnen, die seit vergangenem Oktober eingereist sind, so intensiv ist und im Laufe des Jahres noch bis zu zehn weitere ankommen sollen, wird sie mittlerweile von einer Kollegin aus der Pflege unterstützt.

Dass der Neustart gelingen kann, zeigt Koschiers persönliches Beispiel am besten. Sie weiß, wie es den Neuen in Deutschland geht, versteht ihre Probleme, denn sie hat sie selbst erlebt. Koschier kam vor zwölf Jahren aus Brasilien. Daheim hatte sie als Journalistin gearbeitet. In Thüringen absolvierte sie ein zweites Studium, arbeitete in der Medienforschung und zuletzt für eine Botschaft. Sie kennt den Umgang mit den deutschen Behörden genau, das hilft ihr jetzt auch in Karlsruhe. „Ich sehe mich als erfolgreiche Migrationsgeschichte“, sagt Koschier: „Vor elf Jahren saß ich noch selbst in einem Sprachkurs. Jetzt bin ich hier und rede über Integration – das ist doch fantastisch.“

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!