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AOK-Studie

86 Prozent der Deutschen für Mindestmengenregelungen in Krankenhäusern

86 Prozent der Deutschen begrüßen Mindestmengenregelungen in Krankenhäusern. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Bevölkerungsbefragung „Qualität in der stationären Versorgung 2017“ im Auftrag der AOK Hessen.

Operation

Fotolia (Kzenon)

80 Prozent der Deutschen sind davon überzeugt, dass mehr Routine bei komplizierten Operationen zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

In Deutschland sind Mindestmengen zurzeit nur in sieben Leistungsbereichen vorgeschrieben. Dazu zählen etwa schwierige Eingriffe an der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse sowie Leber- und Nierentransplantationen. Damit deutsche Krankenhäuser im internationalen Qualitätsvergleich nicht abgehängt werden, fordert die AOK eine striktere Einhaltung und die Ausweitung dieser Bestimmungen. So sollen nach dem Willen der Krankenkasse Mindestmengen auch für komplizierte Lungen- und Brustkrebsoperationen eingeführt werden.

Diese Forderungen werden von der Bevölkerung mitgetragen, wie die Umfrageergebnisse zeigen. 80 Prozent der Deutschen sind davon überzeugt, dass mehr Routine bei komplizierten Operationen zu besseren Behandlungsergebnissen führt. 67 Prozent gehen davon aus, dass sich eine optimale Behandlungsqualität nur durch gut eingespielte Abläufe erzielen lässt. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen stimmen sogar 79 Prozent dieser Aussage zu. Steht eine größere Operation an, schauen Patienten vor allem auf die Spezialisierung des Krankenhauses im relevanten Fachgebiet (69 Prozent) und auf eine besonders gute Qualifikation der Ärzte (64 Prozent). Mehr als die Hälfte der Deutschen wünscht sich außerdem ein überzeugendes Konzept zur Patientensicherheit und Fehlervermeidung.

Rund die Hälfte fürchtet weitere Wege ins Krankenhaus

Allerdings sehen die Bundesbürger auch Nachteile durch die Mindestmengenregelung. Sie sorge dafür, dass für viele der Weg zum Krankenhaus weiter wird, meinen 52 Prozent der Befragten. Jeder Zweite befürchtet, künftig nicht mehr in seinem Wunschkrankenhaus behandelt werden zu können. Fast genauso viele halten die Schließung von Kliniken oder die Abwanderung von Fachärzten aus weniger spezialisierten Krankenhäusern für möglich.

Zugleich würden fast alle Befragten sich eher für eine Klinik entscheiden, die eine Mindestzahl an Operationen und Behandlungen in dem fraglichen Gebiet nachweisen kann. Drei Viertel der Befragten würden für einen Eingriff einen weiteren Weg in eine Klinik in Kauf nehmen, wenn sie dadurch eine nachweislich bessere Behandlungsqualität erwarten können. Eine Entfernung von im Schnitt 132 Kilometern wäre dabei für die Deutschen hinnehmbar. Mit anderen Worten: Die Wohnortnähe ist für die Auswahl eines Krankenhauses deutlich weniger relevant als die Behandlungsqualität.

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