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CoronavirusFachgesellschaften geben Therapieempfehlung für Covid-19-Patienten

Mehrere medizinische Fachgesellschaften haben eine gemeinsame Empfehlung zur intensivmedizinischen Betreuung von Covid-19-Patienten veröffentlicht.

Intensivstation
Sudok1/stock.adobe.com
Symbolfoto

Die Erfahrungen mit China zeigen: Etwa 80 Prozent der Covid-19-Erkrankungen verlaufen mild. 14 Prozent der Patienten leiden unter Atemnot, haben eine Sauerstoffsättigung von weniger als 94 Prozent und Gewebeverdichtungen in mehr als der Hälfte der Lunge. Für sechs Prozent der Patienten ist ein lebensbedrohlicher Verlauf zu erwarten – mit Lungenversagen, septischem Schock oder multiplem Organversagen. Diese schwerst erkrankten Patienten müssen beatmet werden.

In ihrer Empfehlung weisen die Experten darauf hin, dass für eine spezifische antivirale Therapie bislang noch keine ausreichenden Daten vorliegen. Es gebe Therapieversuche mit einer Reihe von Substanzen wie Hydroxychloroquin, Lopinavir/Ritonavir, Camostat, Remdesivir etc.. Ihr Einsatz könne nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung als Einzelfallentscheidung erwogen werden. Therapieversuche sollten, wenn möglich, im Rahmen von Compassionate-Use-Programmen oder Studienprotokollen durchgeführt werden. Die Universität Liverpool hat eine Aufstellung mit experimentellen Therapien bei Covid-19 veröffentlicht.

Weiter heißt es, dass bei akutem Lungenversagen in keinem Fall Steroide gegeben werden sollten. Diese scheinen die virale Clearance zu verzögern und das Pilzwachstum zu begünstigen. Grundsätzlich sollten bei Behandlungsbeginn mindestens zwei Blutkulturen, eine aerobe als auch eine anaerobe, angelegt werden. Patienten mit Verdacht auf eine Koinfektion sollten frühzeitig eine kalkulierte antibiotische Therapie erhalten. Eine prophylaktische Antibiotikagabe werde nicht empfohlen.

Die Intensivmediziner geben darüber hinaus Handlungsempfehlungen für Patienten mit akuter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz, für Intubation und Beatmung.

Grundsätzlich empfiehlt die DIVI, sich in einem multidisziplinären Team mit der Thematik zu befassen. Dazu sollten neben Intensivmedizinern auch Pflegekräfte, Infektiologen und Krankenhaushygieniker gehören.

In einem Youtube-Video fasst die DIVI ihre Empfehlungen zusammen.

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