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UmfrageKampagne zeigt erste Fortschritte bei Organspende

Einen Durchbruch hin zu mehr lebensrettenden Lebern oder Herzen hat die Organspendereform bisher nicht gebracht. Weitere Manipulationen könnten ans Licht kommen. Doch es gibt erste Fortschritte.

Vier Monate nach dem Start der bundesweiten Kampagne für die Organspende gibt es laut einer neuen Umfrage erste Fortschritte. Bei den bisherigen Empfängern zeigt das massenhaft verschickte Aufklärungsmaterial demnach erste Wirkungen. Mehr als jeder dritte Bundesbürger ist nach einer Forsa-Erhebung aber abgeschreckt durch die Transplantationsskandale. Und Rückschläge sind weiterhin möglich. In einer Zwischenbilanz bisheriger Klinikkontrollen sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery, es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Manipulationen bei der Organvergabe ans Licht kommen. Derzeit geben 35 Prozent der Bundesbürger an, ihre Organspendebereitschaft sei durch die Skandale gesunken. Das geht aus der Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, deren Ergebnisse der dpa am Sonntag vorlagen. "Das ist bedauerlich", sagte TK-Chef Jens Baas.

31 Prozent der TK-Versicherten haben Spendeausweis
Die Anschreibewelle ist aus seiner Sicht aber durchaus erfolgreich. 31 Prozent der TK-Versicherten haben nun einen Spendeausweis, aber nur 21 Prozent der Befragten insgesamt. Die TK hatte als erste große Kasse gleich nach Inkrafttreten der Reform für mehr Spenden im November ihre sieben Millionen Versicherten über 16 Jahre mit Infomaterial versorgt. Nur 8 Prozent insgesamt haben in den letzten Wochen von ihrer Kasse etwas zum Thema gehört. Bei der TK waren es 44 Prozent, rund die Hälfte nahm die Infos nicht wahr. Marktführer Barmer GEK will bis Anfang April die Versicherten mit Aufklärung und Ausweisen versorgen, wie ein Sprecher sagte. Bei der DAK-Gesundheit hieß es: "Wir beginnen im Mai mit dem Versand der Information und der Organspendeausweise." Die AOK Bayern kündigte den Start ihrer Kampagne jetzt an. Bis Ende Oktober haben die Kassen laut Gesetz Zeit. Weitere Info-Wellen sollen später folgen.

Weitere Info-Wellen folgen
Seit vergangenem Sommer waren Manipulationen in Regensburg, Göttingen, München und Leipzig aufgeflogen. Allein im Göttinger Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile gegen mehr als zwei Dutzend Uniklinik-Mitarbeiter. Patienten sollen bevorzugt Organe erhalten haben. Montgomery gab eine Zwischenbilanz der seither verschärften Prüfungen. Die zuständigen Prüfungs- und Überwachungskommissionen hätten bei den 25 bestehenden Leberprogrammen begonnen. "Nach der neuen gesetzlichen Grundlage wurden bislang 15 Leberprogramme überprüft." Die weiteren Programme unter anderem für Herz und Niere würden folgen. Derzeit bieten 47 Kliniken Transplantationen an - manche nur für einzelne Organe, andere für das ganze Spektrum. Rund 140 organspezifische Transplantationsprogramme gibt es.

"Wir gehen davon aus, dass die Überprüfung aller Leberprogramme im Mai abgeschlossen sein wird", sagte der Ärztekammer-Präsident. "Ob bei der Prüfung weitere Manipulationen aufgedeckt werden, kann man natürlich nicht ausschließen." Auch Baas schloss nicht aus, dass noch mehr ans Licht komme. Etwa im Fall der Uniklinik Leipzig stammen die Verstöße laut Montgomery aber vorwiegend von 2010 und 2011. "Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Nie war die Transplantationsmedizin sicherer als heute." Täglich sterben 3 von den 12.000 Patienten in Deutschland auf der Warteliste. 2012 sank die Zahl der Spenden um 12,8 Prozent auf den niedrigsten Wert seit zehn Jahren: 1046 Menschen spendeten nach dem Tod 3511 Organe. Ärzte, Kliniken, Kassen und Bundesregierung kündigten infolge der Skandale strengere Kontrollen und härtere Strafen an. Eine Erklärung zur Spende ist auch nach der Organspendereform, die zu der Kassen-Kampagne führte, freiwillig.

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