Universität Magdeburg

Neues Forschungsprojekt zur Versorgungsqualität in Notaufnahmen

Wissenschaftler der Universitätsklinik Magdeburg führen ab Mai 2018 ein deutschlandweites Forschungsprojekt zur Bewertung der Versorgungsqualität in Notaufnahmen durch. 

Notaufnahme

Thieme Verlagsgruppe / Thomas Möller

Bislang ist das Versorgungsgeschehen in Deutschlands Notaufnahmen kaum wissenschaftlich untersucht. Es fehlt an Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Qualitätskriterien, die messbar sind, und den mittelfristigen patientenbezogenen Ergebnissen der Behandlung in der Notaufnahme. Eine Qualitätssicherung ist den Leistungserbringern sogar gesetzlich aufgegeben. 

Diese Wissenslücke möchte das Projekt ENQuIRE - Evaluierung der Qualitätsindikatoren von Notaufnahmen - auf Outcome-Relevanz für den Patienten schließen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Felix Walcher sollen bei der Beobachtungsstudie Behandlungsdaten auf Basis des Notaufnahmeprotokolls mit Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse verknüpft werden. So können die Wissenschaftler untersuchen, in welchem gesundheitlichen Zustand die Patienten vor der Notaufnahmebehandlung waren und wie sich die Gesundheit danach entwickelt hat.

Datenverknüpfungen von Patientendaten aus mehreren Quellen sind ein relativ neuer Ansatz in der medizinischen Forschung, der maßgeblich vom Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie der Universität Magdeburg mitentwickelt wurde. Das Institut unter Leitung von Prof. Dr. Bernt-Peter Robra ist auch in diesem Projekt für die Methodik und das Datenmanagement verantwortlich. Zusätzlich werden ausgewählte Patientengruppen ein paar Monate nach der Notfallbehandlung zu ihrer Lebensqualität befragt.

Dreijährige Förderung für das Forschungsprojekt

Die Ergebnisse des Projekts ENQuIRE sollen die Grundlage für ein standardisiertes und umfassendes Qualitätsmanagement in den Notaufnahmen legen. Nur Kennzahlen, die eine Prognose für den Behandlungserfolg der Patienten gestatten, eignen sich als Qualitätsindikator im Sinne der Gesundheitspolitik. Das Projekt ENQuIRE wird für 3,5 Jahre mit insgesamt ca. 3 Millionen Euro gefördert.

Das von der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg initiierte Projekt wird gemeinsam mit den Konsortialpartnern Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Abteilung Medizinische Informatik der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, der Techniker Krankenkasse (TK) und dem WINEG (Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen), dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten Herdecke, dem Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein und dem Forschungsbereich Notfall- und Akutmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt. 

  • Schlagwörter:
  • Universitätsklinik Magdeburg
  • Enquire
  • Notaufnahme
  • Versorgungsqualität

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren