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InnovationTest an Uniklinik Mainz soll Erreger im Blut schneller finden

Ein neues Verfahren der Softwarefirma Noscendo identifiziert Keime mit einem Bluttest viel schneller als bisher. Es wird künftig an der Universitätsmedizin Mainz eingesetzt.

Bluttest
Wladimir Bulgar - Fotolia.com (Symbolbild)

Symbolfoto

An der Universitätsmedizin Mainz sollen Erreger künftig mit einem neuen softwarebasierten Verfahren viel schneller gefunden werden. Dies sei insbesondere für die Sepsis (Blutvergiftung) wichtig, die einen großen Teil der Infektionen in Krankenhäusern ausmache und oft tödlich verlaufe, teilten die Klinik und die Techniker Krankenkasse (TK) am Donnerstag in Mainz mit. Einer Studie des Universitätsklinikums Jena zufolge erkranken bundesweit mehr als 320 000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis, etwa 16 000 davon in Rheinland-Pfalz. Etwa ein Viertel der Betroffenen sterbe an den Folgen.

Mit dem neuen Verfahren der Softwarefirma Noscendo (Duisburg) könnten Keime mit einem Bluttest viel schneller gefunden und die passende Therapie eingeleitet werden, heißt es in der Mitteilung. Das bedeute auch, dass lebensrettende Intensivbetten schneller wieder frei würden - in der Corona-Pandemie besonders wichtig. Eine Blutprobe lasse sich innerhalb von weniger als 24 Stunden auf mehr als 1000 Erreger testen, erläuterte der Geschäftsführer der Noscendo GmbH, Philip Stevens. Blutkulturen ermöglichten bislang nur einen Test auf eine einstellige Zahl von Erregern und manche Ergebnisse dauerten Wochen, sagte Christina Crook von der TK Rheinland-Pfalz.

„Dieses Verfahren unterstützt den behandelnden Arzt bei Diagnose und Behandlung optimal, da es zusätzlich zu der etablierten Diagnostik schnell evidenzbasierte Erkenntnisse liefert“, sagte Oberarzt Daniel Teschner von der Uniklinik. Dies gelte nicht nur bei der gezielten Therapie von Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen, sondern auch beim Management immunsupprimierter Hochrisikopatienten. Zu den Erkrankungsbildern, bei denen die TK dieses neue Verfahren bezahlt, gehören auch Bauchfellentzündungen, Leukämien und Transplantationen.

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