Ausbildung

Westküstenkliniken wollen Studiengang für Physician Assistants aufbauen

Beim Kampf gegen den Fachkräftemangel setzen die Westküstenkliniken auf neue Berufsbilder und wollen an der Westküste einen Studiengang zum Physician Assistant aufbauen.

Westküstenkliniken

Fotos: Westküstenkliniken

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WKK-Geschäftsführerin Dr. Anke Lasserre hat ein klares Ziel. Sie will gut ausgebildete Menschen an die Westküste und ihr Krankenhaus binden oder sogar aus anderen Regionen holen. Ein Mittel dazu kann aus ihrer Sicht ein Studiengang zum so genannten Physician Assistant sein. Ein Beruf, der eine Schnittstelle zwischen Medizin und Pflege darstellt und durch die Übernahme medizinischer Aufgaben insbesondere Ärzten mehr Freiraum für die Patientenversorgung schaffen kann.

“Wir haben dazu bereits Konzepte erarbeiten und können uns gut vorstellen, einen entsprechenden Studiengang hier an der Westküste aufzulegen”, sagte die Geschäftsführerin bei einem Symposium der Westküstenkliniken zum Fachkräftemangel. Das Konzept des Physician Assistant wurde von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg positiv aufgenommen. Der Minister ließ bei dem Symposium Sympathien für die Einführung des neuen Berufes im Norden erkennen. “Wir beide machen das”, sagte er in seiner Rede an die Adresse von Dr. Anke Lasserre.

Schon jetzt nehmen die Westküstenkliniken bei der Ausbildung von Physician Assistants eine Vorreiterrolle im Land ein. Als eine von wenigen Kliniken in Schleswig-Holstein bietet sie zurzeit vier Studierenden zum Physician Assistant die Möglichkeit, den praktischen Teil ihres Studiums in Heide zu absolvieren.

Startdatum für den Studiengang noch unklar

Bislang gibt es in Deutschland nur sieben Hochschulen, die einen Studiengang zum Physician Assistant anbieten. Die Duale Fachhochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe war dabei eine der ersten Einrichtungen, die diesen Studiengang aufgelegt hatten. Studiendekan Prof. Dr. Markus Hoffmann konnte daher den Symposiums-Teilnehmern seine überwiegend positiven Erfahrungen schildern, wonach nicht nur die beteiligten Kliniken sondern auch die Absolventen seiner Hochschule zufrieden mit ihrer Berufswahl waren.

Ob und wann ein entsprechender Studiengang auch in Heide eingerichtet werden kann, ist aber trotz des erklärten Willens der Westküstenkliniken offen. Denn das wurde auf dem Symposium auch deutlich: Sowohl in der Ärzteschaft als auch in der Pflege und auf Fachebene des Ministeriums wird der Physician Assistant noch skeptisch betrachtet.

In den USA, Großbritannien oder den Niederlanden stellt der Physician Assistant bereits ein etabliertes Bindesglied zwischen Arzt, Pflegekraft und Patienten dar. In der Regel übernimmt der Physician Assitant medizinische Aufgaben. Ganz praktisch sind das Vorgespräche zur Patientenaufklärung, Erhebung der Krankengeschichte, Dokumentationsaufgaben oder auch Untersuchungen.

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