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CoronavirusWirbel um Triage-Äußerungen eines Arztes in Zittau

Kapazitäten regionaler Rettungsdienste unzureichend

Der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker erklärte, die Krankenhäuser der Region hätten ihre Leistungsgrenze in der Corona-Pandemie überschritten. «Es ist klar erkennbar, dass wir in dieser Lage aus eigener Kraft nicht weiterkommen». Eine Unterstützung der Bundeswehr sei willkommen, es müssten aber auch noch andere Alternativen her, um Corona-Patienten in weiter entfernte Krankenhäuser bringen zu können.

Mehr Triage bei Überfüllung der Stationen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery warnt angesichts der hohen Corona-Zahlen vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern. «Es wird bei zunehmender Überfüllung der Intensivstationen immer mehr zu Triage-Entscheidungen kommen und die wird leider von den Ärzten alleine getroffen werden müssen, weil die Politik uns hier im Stich gelassen hat», sagte Montgomery der «Rheinischen Post» (Donnerstag).

Montgomery zufolge ist die hohe Zahl der Corona-Toten nicht allein ein Versagen der Politik: «Wir waren eigentlich hervorragend aufgestellt. Aber die Bevölkerung selbst hat sich nicht vorgesehen und an die Regeln gehalten, und deswegen kommt es nun zur Überlastung des Gesundheitswesens.»

Triage gesetzlich nicht geregelt

In Deutschland ist die Triage umstritten. «Das liegt vor allem daran, dass sie gesetzlich nicht geregelt ist», sagt Medizinethiker Dieter Birnbacher. Seiner Meinung nach sollten Triage-Entscheidungen auf zwei Kriterien beruhen: «Erstens muss ein gleicher Zugang für alle gelten, unabhängig vom Alter. Aber auch die klinische Erfolgsaussicht einer Behandlung muss berücksichtigt werden.» Patienten, deren Erfolgsaussichten gering seien, würden also benachteiligt behandelt.

Priorisierungskomitee zur Entscheidungsfindung

Eine Triage-Entscheidung sei oft hoch emotional und müsse «in kürzester Zeit» getroffen werden, weiß auch der Leiter der Geschäftsstelle der Akademie für Ethik in der Medizin, Alfred Simon. Daher müssten solche Entscheidungen im Team getroffen werden. «Keine Einzelentscheidungen», fordert er. In vielen Kliniken gebe es dafür ein Priorisierungskomitee.

Laut DIVI derzeit noch keine Überlastung

Trotz einer starken Belastung des Gesundheitssystems in der Pandemie sehen die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und weitere Experten derzeit aktuell noch Kapazitäten auf den deutschen Intensivstationen. Man stehe derzeit nicht an dem Punkt, Priorisierungen von Patienten vornehmen zu müssen, erklären die DIVI und die Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin beim Robert Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Auch für den Fall einer möglichen regionalen Überlastung von Kliniken sei bereits seit einiger Zeit geregelt, dass Patienten innerhalb Deutschlands verlegt werden können, betonen sie. Hierzu wurde Deutschland im so genannten Kleeblattkonzept in fünf Regionen eingeteilt. Und weil spätestens ab Montag durch die Feiertage keine planbaren OPs mehr durchgeführt würden, sei mit Entlastung für die Intensivstationen zu rechnen.

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