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Lübeck3,5 Millionen Euro Förderung für Robotik Innovation Hub

In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) baut das Fraunhofer IMTE in Lübeck ein Innovationslabor für Chirurgie-Robotik auf. Das Projekt wird mit rund 3,5 Millionen Euro vom Land gefördert.

Künstliche Intelligenz im OP
Phonlamaiphoto/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik (IMTE) beim Aufbau eines Innovationslabors für Chirurgie-Robotik mit gut 3,5 Millionen Euro. Staatskanzleichef Dirk Schrödter (CDU) überreichte den entsprechenden Förderbescheid am 7. Juli 2022 in Lübeck. Mit dem Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein das „Lübeck Innovation Hub for Robotic Surgery“ (LIROS) mit einer realistischen OP-Umgebung, einer modernen High-End-Geräteausstattung und individuellen anatomischen Patientenmodellen.

Insbesondere die automatisierte Auswertung, Optimierung und Personalisierung von Trainings, die Nutzung bildgebender Verfahren zur intraoperativen Navigation sowie die Vernetzung medizintechnischer Geräte zur Prozessoptimierung und Automatisierung können am LIROS erforscht werden. Methoden des Maschinellen Lernens spielen dabei in nahezu allen Anwendungsszenarien eine zentrale Rolle, um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine mithilfe von intelligenten Assistenzsystemen nachhaltig zu verbessern und so die Qualität der Eingriffe mittels innovativer robotischer Chirurgie-Systeme zu erhöhen. Das KI-Med Ökosystem bildet das Fundament für die strategische Weiterentwicklung des KI- und Robotik-Standorts Lübeck durch Etablierung des LIROS als zentrale Infrastruktur für Innovationen zum Zukunftsthema intelligente Chirurgie-Robotik.

Testlabor für Medizintechnik-Hersteller

„Künstliche Intelligenz und Robotik nehmen in der Medizin einen immer höheren Stellenwert ein“, erläuterte Schrödter. Man wolle, dass Entwicklungen auf diesem Gebiet aus Schleswig-Holstein zu einem weltweiten Exportschlager werden. Mit dem geförderten Projekt schaffe das Land Beschäftigung in einem riesigen Wachstumsmarkt, sagte Schrödter der Mitteilung zufolge.

Auch Dr. Svenja Ipsen, technische Leiterin des LIROS ist überzeugt von der Bedeutung der Infrastruktur für Innovationen in der Medizintechnik: „Mit LIROS entsteht ein Innovationslabor für Chirurgie-Robotik am Fraunhofer IMTE, das die Nutzung für klinische Trainings- und Forschungsprojekte, als Entwicklungs- und Testlabor für Medizintechnik-Hersteller und als Plattform für den Technologietransfer in einem realistischen Operations-Umfeld vereint.“

Systeme für kleine Kliniken

Ziel des Projektes ist es auch, erschwingliche Systeme für kleinere Kliniken zu entwickeln. Hier rechneten Experten mit einem zunehmenden Wettbewerb, da in den vergangenen Jahren Patente einer US-amerikanischen Firma ausgelaufen sind. Das Unternehmen hatte 1999 den ersten Chirurgie-Roboter auf den Markt gebracht, der auch am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eingesetzt wird.

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