Geteilte Fachkompetenz
Statt an jedem Standort der Klinikgruppe Ernst von Bergmann ein eigenes MRT vorzuhalten, was jedes Mal nicht nur erheblichen Aufwand für die dafür nötigen Umbauten und hohe Investitionskosten für die Beschaffung eines MRTs bedeutet, sondern auch das nicht überall vorhandene radiologische Fachwissen für die Auswertung der MRT-Untersuchungen voraussetzt, war Hupperts Idee, die radiologische Kompetenz und das MRT-Gerät zu teilen. Inspiriert wurde der Radiologe dabei von seinen Erfahrungen aus dem Ausland, denn sowohl in Australien als auch in England hat man bereits seit einiger Zeit die Flexibilitätsvorteile von transportablen MRTs per LKW erkannt.
Allerdings setzt man sie dort ausschließlich als standortgebundene Übergangslösungen ein. Zudem bieten dort eingesetzten MRTs nicht das Untersuchungsspektrum eines High End Gerätes. „Wir haben uns als Klinikgruppe auf die Fahnen geschrieben, nicht nur in Potsdam aktiv zu sein, sondern auch in ganz Brandenburg in die höchste medizinische Versorgungsqualität anzubieten. Daher kam für unsere mobile Lösung nur ein High-End MRT in Frage“, so Huppertz.
Sogar bettlägerige Patienten können untersucht werden
Die Klinikgruppe hat sich für das 1.5 Tesla-MRT „Ingenia“ von Philips entschieden – nicht zuletzt auch deshalb, weil der niederländische Medizintechnikhersteller durch die Übernahme des Unternehmens Agito Medical bereits Erfahrung mit dem Bau und Umrüsten solcher LKW-Trailer besitzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im Innenbereich des vollklimatisierten, 28 Tonnen schweren Trailers sind neben dem MRT-System zwei Umkleideräume für Patienten, einem Kontroll- und Bedienraum und ein Raum für die Technik untergebracht.
Durch den Einbau einer ein- und ausfahrbaren Patientenliege können hier sogar bettlägerige Patienten untersucht werden. Die Beförderung von A nach B, die Kopplung und Entkopplung an den Standorten sowie den Anschluss an die Klinikinformationssysteme KIS, RIS und PACS via DICOM und einen 400 Volt Industriestromanschluss und erfolgt durch das auf Großraum- und Schwertransportlogistik spezialisierte Unternehmen Colossus.
Radiologen müssen mobil sein
Betreut werden die Patienten durch die Fachärzte der radiologischen Praxen vor Ort. Hier erfolgt auch die Terminanmeldung und Koordination. „Wir arbeiten zurzeit an einer Onlineterminvereinbarung, die entweder ihr Arzt oder Sie selbst vereinbaren können“, so Huppertz. Am Tag der Untersuchung werden Patienten zunächst ganz normal in der Radiologie des Krankenhauses aufgenommen und dann zu dem Trailer geleitet, der vor der Tür steht. Die mobile MRT-Lösung erfordert allerdings auch von den beteiligten Radiologen ein Umdenken: Da das Fachwissen für die Auswertung und diagnostische Beurteilung der im Truck aufgenommenen MRT-Sequenzen nicht in jeder Klinik vorhanden ist, müssen sie den Truck mit dem Auto begleiten.


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