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NeustrukturierungKlinikum Neumarkt nimmt neue OP-Säle in Betrieb

Das Klinikum Neumarkt verfügt seit Anfang Juli über vier neue OP-Säle. Rund 20 Millionen Euro flossen in die umfangreiche Neustrukturierung und moderne Operationsumgebung.

OP-Saal
Distler Architekten + Gesamtplaner GmbH

Seit Anfang Juli sind die vier neuen OP-Säle am Klinikum Neumarkt in Betrieb

OP-Saal
Distler Architekten + Gesamtplaner GmbH

Innenansicht der neuen OP-Säle am Klinikum Neumarkt.

Die 4 neuen OP-Säle am Klinikum Neumarkt konnten zwei Monate früher als geplant eröffnet werden. Sie wurden als Kernbereich im Rahmen einer umfangreichen Neustrukturierung mit dem 8. Bauabschnitt in knapp drei Jahren Bauzeit errichtet. Damit steht in Neumarkt einer der modernsten OP-Bereiche Bayerns für die Patientenversorgung zur Verfügung. Kostenpunkt: mehr als 20 Millionen Euro. Eine der größten Herausforderungen dabei war, dass die gesamte Maßnahme in insgesamt fünf Abschnitten gebaut wurde – während des laufenden OP-Betriebes, womit große Anforderungen an die Hygiene und Baulogistik einhergingen. Für die Beschickung der Baustelle, welche in zwei Bauphasen völlig innerhalb des Klinikgebäudes ohne jedweden Außenbezug lag, war die Errichtung von speziellen Tunneln und Schleusen erforderlich.

Kapazitätenerweiterung

Die Arbeiten hinsichtlich des Aufwachraums konnten 2020 abgeschlossen werden, die Schleusenzonen wurden 2021 fertiggestellt. Kernbereich der Maßnahme ist ein OP-Cluster mit 4 OP-Sälen und zentraler Patienteneinleitung sowie zentraler Rüstzone. Ein neuer Aufwachraum, Patienten-, Personal- und Güterschleusen vervollständigen das Raumprogramm.

Zudem wurde die Lüftungszentrale auf dem Dach komplett neu organisiert, die Lüftungstechnik ergänzt und teilweise ausgetauscht. Neben der Kapazitätsausweitung von 7 auf insgesamt 9 OP-Säle – die weiteren 5 OP-Säle werden zu einem späteren Zeitpunkt baulich umgesetzt – lag der Fokus auf dem Ausbau der minimal-invasiven Chirurgie und der Nutzung modernster Bildgebung direkt am OP-Tisch.

Hybrid-OP soll Prozessverbesserungen ermöglichen

Bei dem neuen Hybrid-OP handelt es sich um einen digital integrierten Operationssaal, in dem ein hochmodernes Röntgen- und Angiographie-Gerät fest verbaut ist. Ein robotergeführtes Hightech-Gerät, das mit dem OP-Tisch gekoppelt ist, liefert aus allen Positionen Bilder während einer Operation. Dies führt zu deutlich verbesserter Bildqualität bei erheblich reduzierter Strahlenbelastung für Patienten und Untersucher. Der Hybrid-OP wird dabei in erster Linie von der Abteilung für Gefäßchirurgie, aber auch von der Unfallchirurgie sowie der Neurochirurgie verwendet.

Drei der neuen OP-Säle wurden speziell für minimal-invasive Eingriffe vorbereitet. Zusätzlich zu der Standard-OP Ausstattung verfügen diese nun über eine Bildsignal- und Steuerungslösung inklusive Gerätesteuerung und Endoskopietechnik für MIC-Operationen in 4K-Technik. Der Operateur kann unter sterilen Bedingungen alle Parameter der beim Eingriff verwendeten Geräte, wie die Endoskopietechnik, den OP-Tisch, das Raumlicht, die Jalousien usw., direkt ansteuern. Für Schulungen wird es die Möglichkeit geben, mittels dieser Bildkommunikation die Bilddaten auch in externe Bereiche, wie z.B. Hörsäle, in Echtzeit zu übertragen.

Der 8. Bauabschnitt wird durch den Hubschrauberdachlandeplatz abgeschlossen und soll zum Jahreswechsel 2022/23 in Betrieb genommen werden.

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