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EinkaufMit Medizintechnik nachhaltig Ergebnisse verbessern

Neben den notwendigen Sachkostenoptimierungen kommt es gerade in der Medizintechnik darauf an, Mitarbeiter und Führungsteam mitzunehmen, um Abläufe anzupassen und Kostenfresser zu eliminieren.

OP-Ausstattung
romaset/stock.adobe.com

Symbolfoto

Der wirtschaftliche Druck dominiert die aktuellen Diskussionen im Gesundheitswesen. Darüber hinaus stellt der Fachkräftemangel die Krankenhäuser vor gewaltige Herausforderungen. Um auch zukünftig erfolgreich zu sein, müssen die vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus GmbH (InEK) immer weiter abgewerteten Sachkosten genauso gemanagt werden wie die Arbeitsabläufe und die Organisationsstruktur.

Wie kann der Einkauf eines Krankenhauses diese Themen erfolgreich angehen? Und dies besonders vor dem Hintergrund, dass die eigenen Anstrengungen häufig wegen fehlender Fachkräfte torpediert werden? Wie sieht es in dieser Frage im sensiblen Bereich Medizintechnik aus? Die besondere Herausforderung bezüglich der Medizintechnik liegt für den Einkauf vor allem darin, sowohl die klinischen Anforderungen zu berücksichtigen als auch die Folgekosten der Investitionen richtig einzuschätzen. Gleichzeitig müssen Menge und Kaufpreis in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen.

Kaufpreis

Kenne ich als Einkäufer den Wettbewerb für ein einzelnes Medizinprodukt und kenne ich für dieses Produkt auch den Marktpreis? Häufig kann diese Frage nur bedingt mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Vermeintliche Alleinstellungsmerkmale und innovative Ansätze der Industrie machen es fast unmöglich, für jeden Teilbereich ausreichende Marktkenntnis vorzuhalten. Ausschreibungen und Bündelungen sind ein probates Mittel, um sich Transparenz zu verschaffen und Preissenkungen zu erzielen.  

Menge

Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in einer Klinik zu viele Geräte einer Geräteart wie etwa Infusionsspritzenpumpen oder Ultraschallgeräte vorgehalten werden. Wie komme ich aber an belastbare Zahlen für meinen Re-Investitionsplan? Die Zahl der vorhandenen Geräte ist meist über eine Bestandsliste leicht zu ermitteln. Klinisch nicht notwendige, aber historisch gewachsene Redundanzen mit einem Investitionsvolumen in sechsstelliger Höhe sind keine Seltenheit! Hinzu kommen die für diese Systeme zusätzlich anfallenden Prüf- und Servicekosten. Die für den klinischen Prozess tatsächlich notwendigen Geräte richtig einzuschätzen, bedarf hingegen der genauen Kenntnis der konkreten Nutzung und der Bewertung des Einsatzes der einzelnen Systeme.  

Instandhaltungskosten

Im Bereich Medizintechnik ist die Fremdleistungsquote im Vergleich zur Betriebstechnik sehr hoch. Häufig ist etwa die Hälfte der Gesamtausgaben in Serviceverträgen gebunden. Dienstleister sind oft die Hersteller selbst, welche in der Regel hohe bis sehr hohe Preise für Verträge, Ersatzteile und Stundensätze durchsetzen können. Ein nicht unerheblicher Teil der Instandhaltungskosten wird für Verbrauchsmaterial und auch für Reparaturaustausche verwendet. Nicht in jedem Fall wird hier sauber und transparent abgegrenzt.

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