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Bessere AuflösungPhoton-Counting-CT an Uniklinik RWTH Aachen im Einsatz

Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Uniklinik RWTH Aachen hat ein neues Photon-Counting-CT installiert. Das Gerät liefert höher aufgelöste Bilder, ermöglicht präzisere, frühere Diagnosen und reduziert gleichzeitig die Strahlendosis.

Photon-Counting-CT RWTH Aachen
Uniklinik RWTH Aachen

v. l.: Prof. Dr. med. Sebastian Keil, Prof. Dr. med. Peter Isfort und Prof. Dr. med. Philipp Bruners haben im September 2021 die Arbeit mit dem innovativen Photon-Counting-CT aufgenommen.

Als erste Klinik in der Region und eine der ersten in ganz Deutschland betreibt die Universitätsklinik RWTH Aachen seit September 2021 ein neuartiges Photon-Counting-CT von Siemens Healthineers. Im November 2021 wurde es auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Radiologie (RSNA) in den USA vorgestellt.

Seine Vorteile: Die bei einer Computertomografie angefertigten Bilder sind deutlich höher aufgelöst als bei bisherigen Geräten möglich. Hierdurch können frühere und genauere Diagnosen gestellt werden. Aufgrund der geringeren Strahlendosis reduziert sich ebenso die Belastung für die Patient*innen. Die Photon-Counting-CTs sind in der Lage, die einzelnen Photonen und ihre Energie direkt zu erfassen, sozusagen zu „zählen“, und sie in elektrische Signale umzuwandeln. Sie müssen als nicht erst, wie bei herkömmlichen Geräten, in sichtbare Lichtsignale verwandelt werden, die anschließend auf eine Photodiode treffen und dort zu elektrischen Signalen werden. Durch dieses Verfahren arbeiten die Geräte besonders effizient und sind deutlich leistungsfähiger.

Schärfere, klarere Bilder

Dank der wirkungsvolleren Erfassung von Röntgenstrahlen und der fast vollständigen Vermeidung von elektronischem Rauschen bieten die Geräte eine deutlich höhere Auflösung und liefern schärfere und klarere CT-Bilder. „Ärztinnen und Ärzten in der Radiologie ermöglicht das eine bessere Charakterisierung von erkranktem Gewebe und Körperteilen. So erreichen wir eine deutlich präzisere und frühere Diagnose von Erkrankungen wie der koronaren Herzerkrankung, Durchblutungsstörungen oder Tumorerkrankungen“, so Univ.-Prof. Dr. med. Christiane Kuhl, Direktorin der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Der Detektor des Photon-Counting-CTs ist anders als seine Vorgänger in der Lage, auch schwächste Signale aus dem Körper zu erfassen. So können auch sehr kleine Metastasen in den Knochen, oder kleinste Gewebeveränderungen in der Lunge, sicher diagnostiziert und früh behandelt werden.

Reduzierung von Kontrastmitteln

Angesichts ihrer höheren Effizienz, ist eine sehr viel geringere Dosis Röntgenstrahlung nötig, um CT-Bilder zu erzeugen: „Die Photon-Counting-CTs sind deutlich dosiseffizienter. Um die gleiche Bildqualität wie herkömmliche Geräte zu erbringen, benötigen sie deutlich weniger Strahlung“, weiß Prof. Kuhl. „Das ist natürlich ganz besonders wichtig bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, bei denen wir schon immer versuchen, mit so geringen Strahlendosen wie möglich auszukommen. Das neue Photon-Counting-CT eröffnet uns bislang ungeahnte Möglichkeiten, kranken Kindern und Jugendlichen weiterzuhelfen.“

Auch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Adipositas ergeben sich neue Vorteile: Aufgrund des hohen Körperumfangs von extrem übergewichtigen Patienten können die herkömmlichen CT-Detektoren scheitern, weil sie nicht ausreichend Signale empfangen. Die neue Detektor-Technologie des Photon-Counting-CTs ermöglicht auch in diesen Fällen eine sichere Diagnosestellung.

Schließlich können Ärztinnen und Ärzte zukünftig die Gabe von Kontrastmitteln deutlich reduzieren, weil die Photon-Counting-CTs mit wesentlich geringeren Mengen auskommen. Zudem ist es mit diesen neuen Geräten möglich, neue, besser verträgliche (zum Beispiel Jod-freie) Kontrastmittel zu entwickeln.

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