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Höhere InformationsdichteUKL nimmt hochmodernen Spektral-Detektor-CT in Betrieb

Das Universitätsklinikum Leipzig hat einen hochmodernen Spektral-Detektor-CT der Firma Philips in Betrieb genommen. Es ist der zweite dieser neuen Bauart in Deutschland.

Spektral-Detektor-CT am UKL
Stefan Straube/UKL

Team um Prof. Karl-Titus Hoffmann (2. v.l.), Direktor des Instituts für Neuroradiologie am UKL.

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) verfügt seit kurzem über einen neuen Computertomographen (CT). In ganz Deutschland sind derzeit nur zwei Geräte dieser Bauart im Einsatz, neben dem am UKL noch in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Entwicklung der Firma Philips kam im Mai 2021 auf den Markt und trägt den Namen „Spectral CT 7500“.

Spektral-Detektor-Technologie als Behandlungsvorteil

Das Gerät arbeitet mit der Spektral-Detektor-Technologie, bei der Aufnahmen von zwei verschiedenen Energieniveaus eines Röntgenstrahls gemacht werden. Sie ermöglicht bei jeder Messung einen vielfach höheren Informationsgehalt im Vergleich zur herkömmlichen Computertomographie.

Die spektrale Zerlegung der Röntgenstrahlen im Detektor liefert den Radiologen viele Zusatzinformationen: unterschiedliche Substanzen werden auch farblich dargestellt und Kontrastezwischen Gewebearten verstärkt. Auf diese Weise können nicht nur Aussagen zu Form und Dichte des Gewebes getroffen werden, sondern auch zu dessen stofflicher Zusammensetzung. Durch die Ausstattung mit einem Dual-Layer-Detektor werden automatisch bei jeder Untersuchung konventionelle plus spektrale Bildinformationen erfasst.

Geringere Strahlenbelastung, weniger Kontrastmittel

Patientinnen und Patienten profitieren von dem neuen Gerät in Form geringerer Strahlenexposition, höherer diagnostischer Aussagekraft und einer geringeren Menge benötigten Kontrastmittels. Auch die Untersuchungszeiten verringern sich.

Der neue CT kann dank der hohen Rotationsgeschwindigkeit der Röntgenröhre auch bei Menschen mit hoher und unregelmäßiger Herzfrequenz gestochen scharfe Bilder erziele. Eingesetzt werden kann das System außerdem für Untersuchungen des Gehirns nach einem Schlaganfall, um sehr frühzeitig therapierelevante Veränderungen zu erkennen oderdie aktuelle Durchblutung des gesamten Gehirns in kürzester Zeit abzubilden. Zusätzlich können an dem Gerät auch minimal-invasive Eingriffe durchgeführt werden.

Rund 15 000 Untersuchungen im Jahr werden die Radiologen und Neuroradiologen mit dem neuen Gerät, dem ersten Spektral-CT am UKL, durchführen. Neben dem Einsatz in der klinischen Patientenversorgung soll das Gerät auch zu Forschungszwecken genutzt werden, beispielsweise zur kardiovaskulären Diagnostik, zur muskulo-skelettalen Bildgebung und zu Fragen des Therapie-Monitorings der Onkologie.

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