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HochpräzisionschirurgieUKL erweitert Zentral-OP um innovative Hybrid-Anlage

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat seinen neuen Erweiterungsbau des Zentralen OP-Bereichs in Betrieb genommen. Drei zusätzliche Operationssäle ermöglichen eine neue Form der Hochpräzisionschirurgie.

Hochpräzisions-Operationssäle
UKL/Stefan Straube

Die ersten Operationen führten am 5. September die Gefäßchirurgen zusammen mit den Angiologen durch.

Nach zweieinhalb Jahren An- und Umbau bei laufendem OP-Betrieb konnte der OP-Erweiterungsbau am Universitätsklinikum Leipzig eröffnet werden. Auf gut 1000 Quadratmetern entstand über dem 2017 fertiggestellten Gefäßmedizinischen Zentrum ein neuer Trakt zur Ergänzung der vorhandenen 12 zentralen Operationssäle. Dessen Herzstück sind drei moderne Säle mit innovativer hybrider Gerätetechnik für den Einsatz bildgebender Verfahren direkt während des Eingriffs in Verbindung mit Navigationstechniken als direkt angebundene Ergänzung des vorhandenen Zentral-OP.

„Diese drei hybriden Operationssäle läuten für uns eine neue Ära der High-End-Chirurgie ein”, sagte Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL, zur Eröffnung. Auch Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, zeigte sich begeistert von den neuen OP-Sälen und dankte dem Freistaat Sachsen, der Bau und Ausstattung mit einer Förderung von über 30 Millionen Euro ermöglichte.

Computergestützte Hochpräzisionschirurgie in drei Sälen

In einem der neuen Säle sind ein 3-Tesla-MRT und ein dazugehöriger radiologischer Arbeitsplatz integriert. Durch die direkte Verbindung des Operationsbereichs mit dem MRT können während einer Operation Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Auf diese Weise werden wichtige Strukturen besser geschützt und erkranktes Gewebe dennoch sicher entfernt - ein Verfahren, das vor allem in der Neurochirurgie bei Hirntumoren eine wichtige Rolle spielt.

Im zweiten neuen Saal können mit Hilfe eines mobilen Computertomographen (CT) und eines sogenannten 3D C-Bogens vor allem komplizierte Eingriffe an der Wirbelsäule, am Becken oder allen Gelenken mit integrierter Bildkontrolle noch während der Operation erfolgen. Dabei fließen die Daten des CT direkt an das ebenfalls integrierte Navigationssystem zur computergestützten Planung für das korrekte Setzen der Implantate – ein entscheidender Faktor für deren langfristige Stabilität und den Schutz wichtiger anatomischer Strukturen.

Im dritten Hybrid-Operationssaal steht den UKL-Gefäßspezialisten der Angiologie und Gefäßchirurgie eine hochmoderne strahlenreduzierte Angiographie-Anlage mit allen notwendigen Zusatzgeräten wie zum Beispiel einem kabellosen Ultraschall-Gerät zur Verfügung. Dieses System kommt vor allem bei komplizierten Operationen an der Aorta und anderen großen Blutgefäßen zur Behandlung von Aneurysmen zum Einsatz und zeigt den genauen Verlauf und Zustand der zu operierenden Gefäße.

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