Vermutet wird weiterhin eine Verunreinigung des vom Rüsselsheimer Cateringunternehmen Sodexo gelieferten Schulessens. Unterdessen kritisiert der Ernährungswissenschaftler Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach das System, nach dem Essen an Schulen oder Kitas geliefert wird. Nach einigen Studien fordert er unter anderem eine Zertifizierung der Großküchen-Branche, aber auch klare Vorgaben der Kommunen und der Politik.
Die Erkrankungswelle ist inzwischen abgeebbt. Betroffen waren Einrichtungen in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkrankten insgesamt mehr als 10 000 Menschen.
"Wir brauchen eine Professionalisierung bei den Küchen", sagte Peinelt am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. "Es geht nicht, dass sich da Laien und Amateure tummeln, die Essen für wenig Geld anbieten. Das müssen Profi-Firmen sein, die ihre Leute entsprechend ausbilden." Sodexo zählte Peinelt bisher allerdings nicht zu den schwarzen Schafen. "Wir haben einige Sodexo-Betriebe angeschaut und überprüft, darunter auch eine Großküche in Potsdam. Das war in Ordnung", berichtete der Ernährungswissenschaftler. Er könne aber nicht für die vielen hundert Betriebe sprechen, die Sodexo sonst noch habe. "Aber ich kann sagen, dass das Konzept der Zentrale gut ist."
An der Hochschule Niederrhein beschäftigt sich Peinelt seit Jahren mit der Qualität des Schulessens. Auch bei Schulen stieß Peinelt mit dem kostenlosen Angebot, das Essen zu checken, bisher kaum auf Resonanz. In sieben Städten interessierten sich nur 35 Schulen.


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