Bevor der 49-Jährige Gematik-Chef wurde, war der Professor für Betriebswirtschaft unter anderem Finanzchef von Nintendo Europe. Die Gematik ist für die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur verantwortlich. Beides ist seit Jahren ins Stocken geraten, weil die Gesellschafter der Gematik – die Ärzte-, Kassen- und Krankenhauslobby – sehr unterschiedliche Interessen verfolgen. Dafür mussten Gematik und Elmer heftige Kritik einstecken. Auch deshalb will will das Gesundheitsministerium mit dem geplanten E-Health-Gesetz eine Anschubfinanzierung für den elektronischen Entlassbrief einführen. Gleichzeitig will Bundesgesundheitsminister Gröhe, dass die Gematik das Thema Interoperabilität im Gesundheitswesen federführend voranbringt und damit eine Schlüsselrolle bei der Definition von Standards einnimmt. Im Gespräch mit kma zeigte sich Gematik-Chef Arno Elmer erst kürzlich erfreut darüber, dass sich auch Krankenhäuser zunehmend mit der Telematikinfrastruktur befassen würden. Elmer hat in seiner Zeit bei der Gematik die elektronische Gesundheitskarte eingeführt und die demnächste beginnende Erprobung erster Telematikanwendungen organisiert. Der Skepsis in der Gesundheitsbranche gegenüber der Gematik tat dies keinen Abbruch.
Thomas Kriedel Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Gematik, erklärte zum Rücktritt: "Es ist Herrn Elmer gelungen, das Projekt erfolgreich nach vorne zu bringen und dabei auch viele Ärzte und Zahnärzte, insbesondere als Erprobungsteilnehmer, wieder für das Projekt zu gewinnen. Wir bedauern das Ausscheiden von Professo Elmer und bedanken uns für die langjährige sehr erfolgreiche Zusammenarbeit."


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