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Ärzte-StreikKeine Schonzeit an Pfingsten

Die Gewerkschaft Marburger Bund kündigte am Donnerstag in Kiel eine unbefristete Fortsetzung des Ärzte-Streiks an.

Das habe das Bundesstreikkomitee beschlossen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Lutz Hammerschlag, in Kiel. Dort hatten sich 300 Ärzte zu einem Protestzug versammelt, in Stuttgart gingen 1.500 Mediziner auf die Straße. In Norddeutschland weitete sich der Streik nach Gewerkschaftsangaben auf Städte wie Wolfsburg, Oldenburg, Stade und Lüneburg aus.

Die ursprünglich geplante zweiwöchige Streik-Schonzeit in Bundesländern mit Pfingstferien werde es wohl nicht geben, sagte der baden-württembergische Gewerkschafts-Chef Josef Ungemach. Damit werde der Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht.

In den betroffenen Krankenhäusern waren Notdienste eingerichtet. Im Klinikum Stuttgart wurde in den ersten vier Streiktagen nach eigenen Angaben rund 40 Prozent des üblichen Operationspensums durchgeführt. Die Quote könnte auf zehn Prozent runtergefahren werden, sagte der Stuttgarter Streikleiter, Oberarzt Udo Schuss.

Die Tarifverhandlungen für die etwa 55.000 Ärzte an den 700 kommunalen Krankenhäusern waren Anfang April gescheitert. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeber hatten 2,9 Prozent und höhere Vergütungen für Bereitschaftsdienste geboten.

Auf der Arbeitgeberseite gab es am Donnerstag erste Signale für ein neues Angebot. Die Laufzeit von 33 Monaten für den Tarifvertrag könnte verkürzt werden, sagte der Hauptgeschäftsführer der baden-württembergischen Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, Joachim Wollensak. Dann könnte der nächste Tarifvertrag mit weiterem Lohn-Plus früher abgeschlossen werden.

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