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FlüchtlingeKliniken behandeln immer mehr Pilzvergiftungen

In Niedersachsen werden immer mehr Flüchtlinge mit schweren Pilzvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert. Mehr als 30 Flüchtlinge sind bislang nach dem Verzehr von Knollenblätterpilzen schwer verkrankt, mindestens drei Patienten stehen vor einem akuten Lebenversagen.

Allein in der Nacht zum Mittwoch sind nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover 17 Fälle mit Pilzvergiftungen registriert wurden. Inzwischen behandelt auch die Uniklinik Münster vier Flüchtlinge mit schweren Pilzvergiftungen. Aktuell werden in Niedersachsen fast 50 Menschen wegen Pilzvergiftungen behandelt. Die meisten von Ihnen sind Flüchtlinge aus Syrien.

Mit Champignons verwechselt
Betroffen ist nach Auskunft einer Sprecherin der Uniklinik Münster auch eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien. Sie soll einen hochgiftigen Knollenblätterpilz eingesammelt und verzehrt haben, der leicht mit Champignons verwechselt werden kann. Drei der vier Patienten stehen laut der Uniklinik vor einem akuten Leberversagen. Darunter ist ein 16-Jähriger, den vermutlich nur eine Organtransplantation retten kann.

Der Knollenblätterpilz ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland und für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Das Gift wirkt erst mehrere Stunden nach dem Verzehr. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, nach ein bis zwei Tagen kann es zur Schädigung der Leber kommen, die von Blutgerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen begleitet werden kann. Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein, so dass nur noch eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten kann.

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