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Uniklinikum Hamburg (UKE)Kostenfrage für Ebola-Behandlung ungeklärt

Bis zu zwei Millionen Euro könnte die Versorgung von Deutschlands erstem Ebola-Patienten unterm Strich gekostet haben. Die unmittelbare medizinische Behandlung – rund 300.000 Euro – übernimmt die WHO. Wer den Rest bestreitet, ist bisher offen.

Die gute Nachricht war: Der erste in Deutschland behandelte Ebola-Patient, ein Arzt und WHO-Mitarbeiter aus dem Senegal, wurde im August todkrank ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eingeliefert – und fünf Wochen später, Anfang Oktober, als gesund entlassen. Die nicht so gute Nachricht: Wer die Gesamtkosten trägt, die nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" mit rund zwei Millionen Euro viel höher ausfielen könnten als zunächst erwartet, ist ungeklärt.

"Erhebliche Sekundärkosten"
Grund für die Mehrausgaben seien dem Bericht nach unerwartete Mehrausgaben. So gestaltete sich die Versorgung des Patienten sehr aufwendig. Viele Ärzte und Pfleger mussten sich um den Patienten kümmern. "Rund um die Uhr befinden sich mindestens ein Arzt und eine Pflegekraft in Schutzanzügen im Sonderisolierbereich hinter der Schleuse", hatte eine UKE-Sprecherin zu Beginn erklärt. Die Schutzanzüge und alle Gebrauchsgegenstände wurden den Angaben zufolge nach der Verwendung sterilisiert und verbrannt. So wurde eine Gefährdung für die Umwelt ausgeschlossen. Behandelt wurde der Mann auf einer Sonderisolierstation, die über ein eigenes Schleusensystem verfügt, und aus der Luft nicht nach außen gelangen kann. Dem Bericht zufolge müssen auch Geräte wie ein Ultraschallgerät und ein mobiles Röntgengerät ausgetauscht werden, weil sich der Patient während der Untersuchungen über die Apparaturen erbrochen hatte. Die direkten Behandlungskosten liegen "im Großen und Ganzen" bei den ursprünglich geschätzten 300.000 Euro, teilte das UKE mit. Daneben seien jedoch Sekundärkosten zu berücksichtigen, erklärte der stellvertretende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKE, Christian Gerloff. "Der finanzielle Aufwand ist erheblich."

Ungeachtet dessen stehe das UKE "hundertprozentig" zu seiner Entscheidung, den Mann aus Westafrika behandelt zu haben, erklärte Gerloff weiter. Bereits Ende Juli hatte die WHO angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort versorgt werden könnte. Das UKE und das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin genießen bei der Versorgung von Infektionskrankheiten einen hervorragenden Ruf. Der jetzt geheilte WHO-Mitarbeiter war im August als erster Ebola-Patient nach Deutschland geflogen worden.

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