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Nur StichprobenLebensmittelkontrollen ähneln Dopingkontrollen

Toilette statt Schulbank: Tausende Kinder in fünf benachbarten Bundesländern leiden gleichzeitig an Magen-Darm-Beschwerden. Sind verseuchte Lebensmittel schuld?

Essen in Kitas und Schulen gilt nicht gerade als Gourmetkost. Nun hat es wahrscheinlich bei tausenden Kindern und Jugendlichen Erbrechen und Durchfall ausgelöst. Noch ist der Erreger für die Magen-Darm-Erkrankungswelle in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht identifiziert. Trotz stichprobenartiger Kontrollen lassen sich Infektionen wie die aktuelle Welle nur schwer verhindern, sagt eine Lebensmittelexpertin.

Wer kontrolliert Hersteller von Schulessen und andere Kantinen?
Dafür sind meist die kommunalen Gesundheitsämter zuständig, die eigene Mitarbeiter zur Lebensmittelüberwachung haben. "Die kontrollieren generell unsere Lebensmittel und die Zulieferer", sagt die Lebensmittelkontrolleurin Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Getestet werde auch direkt in den Kantinen. Es werde speziell darauf geachtet, ob die Nahrungsmittel dort richtig temperiert werden und die Hygiene in den Küchen den Standards entspricht.

Werden alle Schulen und Kitas regelmäßig kontrolliert?
Das ist wegen der Masse der Einrichtungen in den jeweiligen Ländern nur schwer möglich. Die Kontrolleure gehen daher stichprobenartig vor. Die Häufigkeit der Kontrollen hänge auch stark von den Personen in den jeweiligen Ämtern ab, sagte Klaus-Dieter Zastrow von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Er betont, dass Kontrollen nicht alles abfangen können. Auch wenn alles in Ordnung scheint, könne es plötzlich am nächsten Tag Verunreinigungen geben.

Werden große Hersteller häufiger kontrolliert als kleinere?
Lebensmittelhersteller werden unterschiedlich eingestuft. Im Prinzip erinnert das Prüfsystem an die Dopingkontrollen im Sport: Dort, wo das Risiko größer ist, wird auch häufiger nachgeschaut. Expertin Franke: "Jemand, der trockene Kekse herstellt, wird nicht so häufig kontrolliert wie ein Hersteller von Feinkostsalaten."

Warum sind auf einen Schlag so viele Kinder in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-ANhalt und Thüringen erkrankt?
Das liegt aus Sicht der Experten daran, dass der Auslöser mutmaßlich im Essen eines Großherstellers aufgetaucht ist. Die Verbraucherzentrale plädiert deshalb dafür, kleinere Hersteller aus der Region zu beauftragen. Weil heute vieles nur noch über den Preis geregelt wird, sei dieser sicher ausschlaggebend für die Wahl des Anbieters des Schulessens, meint Zastrow. Wenn der Preis das Hauptkriterium sei, müsse man auch mit Qualitätseinbußen rechnen.

Sollten Kinder und Jugendliche vorübergehend nicht in Schulkantinen essen?
Verbraucherschützerin Franke rät vor Panikmache. "Ich würde das Schul- und Kita-Essen nicht verteufeln." Krankheitserreger könnten genauso in der eigenen Küche auftauchen.

Wie lange dauert es, bis ein Erreger gefunden wird?
Die Prüfverfahren in der Mikrobiologie seien langwierig, sagt Franke. Man müsse zunächst die Ursache eines Infekts suchen und finden. Meist werden Stuhlproben der Kranken genommen. Wenn der Erreger gefunden ist, geht die Suche weiter: Dann muss erforscht werden, in welchem Lebensmittel er sich befand. Zastrow sieht die Sache anders: "Das Norovirus lässt sich in maximal 48 Stunden nachweisen."

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