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OrganvergabeManipulationsverdacht in München

Rund zwei Monate nach Bekanntwerden mutmaßlicher Manipulationen bei der Organvergabe in Deutschland sind Prüfer bei neuen Kontrollen auf Auffälligkeiten in München gestoßen.

"Für das Münchner Zentrum im Klinikum rechts der Isar bedurfte es der Einleitung einer Sonderprüfung, da hier mehrere Auffälligkeiten bestehen", teilte die Bundesärztekammer (BÄK) mit. "Die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen bleiben abzuwarten." Die Prüfungs- und Überwachungskommissionen von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatten der Bundesärztekammer zufolge verschärfte Kontrollverfahren festgelegt. Alle 47 Transplantationszentren würden mindestens ein Mal in drei Jahren geprüft. Auffälligkeiten bei der Führung der Wartelisten und Organvermittlung würden aufgeklärt. Erste Prüfungen hätten nun der Lebertransplantation an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, der Berliner Charité und dem Klinikum rechts der Isar gegolten.

Münchener Klinik räumt Unregelmäßigkeiten ein
Das Münchner Krankenhaus Rechts der Isar hat Auffälligkeiten bei der Vergabe von Organspenden eingeräumt. Eine interne Arbeitsgruppe habe im August 163 Lebertransplantationen untersucht und bei einzelnen Fällen Unregelmäßigkeiten festgestellt, sagte der Ärztliche Direktor Reiner Gradinger. Nach Abschluss der Untersuchung seien die Ergebnisse am 24. August an die Bundesärztekammer und die Staatsanwaltschaft München weitergeleitet worden. „Wir haben insbesondere Unstimmigkeiten bei Angaben zur Dialyse sowie bei Laborwerten festgestellt”, berichtete Gradinger. Das bayerische Wissenschaftsministerium hat nach derzeitigem Stand keine Hinweise auf absichtliche Manipulationen von Patientendaten in der Klinik. Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, und hat unter anderem einen Gutachter eingeschaltet.

Montgomery kritisiert Behörden
Die BÄK kritisierte in diesem Zusammenhang die bayerischen Behörden. "Mich irritiert sehr, dass aus der bayerischen Staatsregierung vor einiger Zeit vermeldet worden war, dass man die bayerischen Programme überprüft und nichts gefunden habe", sagte BÄK-Präsident Frank-Ulrich Montgomery im Bayerischen Rundfunk. Die Auffälligkeiten im Münchner Klinikum rechts der Isar zeigten einmal mehr, dass eine unabhängige Prüfung durch eine Kommission der Selbstverwaltung wahrscheinlich "genauer und besser prüft, als eine reine Kommission der betroffenen Ministerien".

Ende August hatten die beteiligten Akteure und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mehr Kontrollen und Transparenz angekündigt. Patienten sollen zuvor Organe aufgrund von manipulierten Daten bekommen haben.

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