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KBV-StudieÖffnung der Krankenhäuser hilft nicht gegen ambulanten Ärztemangel

Eine breite Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung ist kein geeignetes Mittel, um den Ärztemangel in unterversorgten Regionen auszugleichen. So lautet das Ergebnis einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI).

Vorsitzender des ZI ist Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). "In den meisten unterversorgten Regionen – vorwiegend auf dem Land – verfügen Krankenhäuser nicht über entsprechende Fachabteilungen oder Ärzte", fasste Gassen die Ergebnisse zusammen. Damit erweise sich eine der geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung aus dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz als unwirksam.

Benötigte fachärztliche Abteilungen fehlen
Nach den Kriterien des ZI sind 37 von 372 Kreisen und vier von 17 Fachgebieten unterversorgt. Betroffen sind Dermatologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten sowie Augenärzte. Nur in neun der 37 betroffenen Kreise befindet sich mindestens ein Krankenhaus mit einer entsprechenden Fachabteilung. In acht dieser neun Kreise werden die angeführten Fachabteilungen der Krankenhäuser ausschließlich von Belegärzten betreut. Laut Studie wird die Kluft zwischen politischem Willen und Wirklichkeit besonders bei den Dermatologen deutlich. Sie fehlten in elf Planungsregionen, in keiner einzigen gebe es ein Krankenhaus mit einer entsprechenden Fachabteilung.

Nachhaltige Förderung der vertragsärztlichen Versorgung gefordert
"Das Rückgrat der fachärztlichen Versorgung bilden die Vertragsärzte. Die Krankenhäuser haben nicht die Kapazitäten, um hier auszuhelfen", so Gassen. Das gelte vor allem für den Hausarztmangel. "Hier haben Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung überhaupt keine Personalressourcen. Was wir statt der Öffnung der Krankenhäuser brauchen, ist eine nachhaltige Förderung der vertragsärztlichen Versorgung", sagte der ZI-Vorstandsvorsitzende.

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