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Abschied nach 20 JahrenVielen Dank Reinfried Sure!

Reinfried Sure war 20 Jahre lang Präsident der FKT. Sein Name steht für Diplomatie und große Visionen, für beispielhafte Offenheit, humorvolle Seriosität und die uneingeschränkte Fähigkeit das Nützliche zu etwas Angenehmem zu machen. Bei der diesjährigen Hauptversammlung der Fachvereinigung Krankenhaustechnik in Würzburg wird er sein Amt ab- und in jüngere Hände geben.

Es kommen immer wieder Situationen, die wie Wellen über dich hinweggehen. Einfach untertauchen, die Welle über sich ergehen lassen und wieder auftauchen! Dieses Zitat sei bezeichnend für Sures Wesen, seine Leichtigkeit, Gelassenheit und Souveränität gerade auch im Umgang mit schwierigen Situationen und Turbulenzen, die natürlich nicht ausblieben in seiner 20jährigen Amtszeit als FKT-Premier, berichtet Simone Strunck. In den zurückliegenden zehn Jahren, in denen sie die Geschäftsstelle managte, durfte sie das und noch viel mehr von ihm lernen.

Durch seine große Offenheit sowohl Menschen als auch Themen und Sachverhalten gegenüber erschloss Sure der FKT nicht nur zahllose neue Kontakte in Deutschland, Europa und weltweit, sondern auch neue Denkansätze, Themen und Problemlösungen. Dass er sich als rational denkender Ingenieur mit geomanthischen Phänomenen befasst und dieses Thema auch für seine Berufskollegen salonfähig machte, verdeutlicht die Weite seines Blickwinkels ebenso wie sein Talent als Integrator und Vernetzer – Menschen und Themen gegenüber. Vielleicht verschafft er sich ja beim Drachenfliegen, seiner fünften großen Leidenschaft neben seiner Frau Gudrun, seinen Kindern und Enkeln, der FKT und seiner Tätigkeit als Rutengeher, immer wieder den nötigen Weit- und Überblick, um neue Ideen und interessante Ansprechpartner auszumachen und Visionen zu entwickeln.

Reinfried Sure sei jemand, dem man zuhört, er könne gut erzählen und habe dabei auch etwas zu sagen. Das ist, was Sebastian Paulus, der Sure nun ebenfalls schon seit 20 Jahren als Vizepräsident zu Seite steht, als Erstes einfällt, wenn er an seinen langjährigen Amtskollegen denkt. Seine Beredsamkeit, sein Esprit und sein Humor verleihe ihm eine exponierte Stellung in jeder größeren Runde. Gleichzeitig sei Sure jedoch auch jemand, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Sorgen seiner Mitmenschen habe – egal ob er sie schon lange oder erst ein paar Minuten kennt –, gepaart mit der Bereitschaft, sie über die üblichen Phrasen weit hinaus bei der Lösung ihrer Probleme zu unterstützen. Diese Fürsorglichkeit ist es wohl, die alle, die mit ihm zusammenarbeiten und zu tun haben unisono von der Vaterfigur sprechen lässt (so sie denn ein paar Jahre jünger sind als er). Sie erlebten Sure als großherzigen, toleranten und großzügigen Chef und Kollegen, der Verantwortung abgeben und zulassen und annehmen kann, dass jeder nach seiner Facon agiert. Mit seiner besonnenen Art ist er der Ausgleicher und der Harmonisierer in der FKT. Er vertrat ihre Interessen in erster Linie nach außen, etablierte die Bedeutung der Fachvereinigung und der in ihr organisierten Krankenhausingenieure auf nationaler wie auf europäischer Ebene.

Meilensteine

Reinfried Sure wurde 1947 als Sohn eines Bürgermeisters (daher das Talent im Umgang mit Menschen und politischen Themen?) geboren. Er studierte Krankenhaus Technik Management in Gießen, leitete dann Technische Abteilungen zunächst für den Landeswohlfahrtsverband Hessen, dann in den Kreiskrankenhäusern Landkreis Kassel, zuletzt in der Stadtklinik Baden-Baden. Darauf aufbauend gründete er 1992 für das Klinikum Mittelbaden die Abteilung Sicherheit und Umwelt, Beratung und Verkauf von technischen Dienstleistungen in Fremdbetrieben, die heute 10.000 Mitarbeiter in 70 Fremdbetrieben betreut. Seit Mai letzten Jahres ist Sure im Ruhestand, koordiniert mit seinem Ingenieurbüro aber weiterhin technische Krankenhausprojekte.

1984 wurde Sure Mitglied in der FKT. Er war zunächst (von 1989 bis 1991) Regionalgruppenleiter in Baden-Nord, brachte sich dann ein Jahr als Beisitzer ein und wurde 1992 zum Präsidenten gewählt. Bedeutendster Meilenstein im Rahmen dieser Tätigkeit war für ihn zweifellos die Gründung der International Federation of Hospital Engineering (IFHE)-Europe im Jahr 2005 in Straßburg. Jahrelang hatte sich Sure zuvor um diesen Austausch der Krankenhaustechniker auf internationaler Ebene bemüht.

Wer mit Sure unterwegs ist, braucht Stehvermögen. Eine Tagung oder ein Meeting enden für ihn nicht, wenn die Vorträge und die offiziellen Gespräche beendet sind. Beim Abendessen und danach an der Bar geht es für ihn erst richtig los. Mit Sure zusammen zu sein, sei für ihn eine Garantie für kurz(weilig)e Nächte, meint kma-Herausgeber Gunter Murzin. Sure-Kenner und -Freunde wissen, wovon er spricht: Der baldige Ex-Präsident der FKT ist quasi der Erfinder der Bierdeckellösung, Spezialist für Konzepte und Visionen, die in entspannter Atmosphäre bei einem guten Glas Wein ersonnen werden. Feiern und Arbeiten sind für ihn keine Gegensätze, er verknüpft diese Aktivitäten gekonnt, um mit viel Herzblut und Engagement die Zukunft der Krankenhaustechnik im besten Sinne zu formen und zu prägen.

20 Jahre lang tat er das als ehrenamtlicher – dass all das in seiner Freizeit geschah, zusätzlich zu einem anstrengenden Job, kann man eigentlich gar nicht genug würdigen – Präsident der Fachvereinigung Krankenhaustechnik. Zum Glück bleibt er ihr darüber hinaus als Ratgeber und "Außenminister" erhalten. Ebenfalls nicht genug würdigen kann man, dass seine Frau Gudrun das all die Jahre lang mitgetragen und mehr noch nicht nur ihren Mann sondern auch die FKT ihrerseits tatkräftig unterstützt hat. Nur so war es schließlich möglich, dass die Tür des Hauses Sure für alle, die im weitesten Sinne mit der FKT zu tun hatten, in bedingungsloser und legendärer Gastfreundschaft stets weit offen stand und hoffentlich weiterhin offen steht.

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