Laut Plusminus kommt es wegen personellen Unterbesetzungen in Kliniken immer wieder zu kritischen Situationen. Gerade für frisch operierte Patienten sei das Wochenende eine "heikle Angelegenheit". Das Magazin verweist auf eine englische Studie mit über vier Millionen Patienten. Danach sei das Sterberisiko mit 55 Patienten auf 10.000 nach Montags-Operationen am geringsten. Nach Operationen am Freitag seien es 24 Todesfälle mehr. Vermutlich, weil die kritischen ersten 48 Stunden nach dem Eingriff auf das Wochenende mit dünner Personaldecke fallen. Denn tagsüber seien im Schnitt bis zu vier Pflegekräfte für etwa 30 Patienten eingeplant, an Wochenenden nur ein bis zwei.
Im Frühjahr dieses Jahres befragte die Gewerkschaft Verdi 7.246 Fachkräfte in 238 Kliniken während ihrer Nachtschicht. Das Ergebnis: Auf etwa 55 Prozent der Stationen werden nachts notwendige medizinische Leistungen wegen Personalmangels schon manchmal oder regelmäßig weggelassen. Knapp 60 Prozent der Befragten berichteten von gefährlichen Situationen innerhalb der letzten vier Wochen, die durch mehr Personal vermeidbar gewesen wären.
Nach Angaben von Plusminus hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) versucht, die Umfrage von Verdi zu verhindern. Das Fernsehmagazin zitierte aus internen Schreiben der DKG. Danach sei "die Umfrage kritisch zu bewerten und tendenziös. Sie ziele nur auf die Forderung Verdis ab, eine Mindestbesetzung für Nachtschichten zu fordern".




Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen