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Zuwachs18 500 mehr Pflegekräfte in Kliniken als vor Corona

Die Zahl der Pflegekräfte in Kliniken ist nach einem Medienbericht in der Pandemie deutlich gestiegen: von Oktober 2019 bis Oktober 2020 um 18 500. Trotzdem sind viele Pflegestellen in Deutschland noch unbesetzt.

Krankenpflege
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Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) unter Berufung auf eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit berichtet, arbeiteten im Herbstmonat des vergangenen Jahres in den Kliniken insgesamt 710 663 Pflegerinnen und Pfleger. "Darunter sind Neueinsteiger und Rückkehrer sowie Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir haben jeden eingesetzt, den wir bekommen konnten", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem RND.

Nach seiner Einschätzung wird sich der steigende Trend fortsetzen. "Aus dem Ausland erwarte ich in den kommenden Monaten einen weiteren Schub an Pflegekräften", sagte Gaß. Denn wegen der Pandemie hätten viele Pflegekräfte, die gerne in Deutschland arbeiten möchten, nicht einreisen können. Trotz des Personalaufbaus im vergangenen Jahr seien auch weiterhin Pflegestellen in deutschen Krankenhäusern unbesetzt, weil noch nicht genügend Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.

Steigender Bedarf an Pflegekräften

Die Bundesagentur hatte auf den Trend bereits im März hingewiesen, hatte da aber noch keine Zahlen für 2020 vorliegen. Sie hatte mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Deutschland Angaben des Weltbunds der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) in Genf relativiert, der mitgeteilt hatte, dass der Druck der Corona-Pandemie zahlreiche Pflegekräfte in aller Welt zur Aufgabe ihres Berufs zwinge. Der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hatte vor einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland gewarnt.

Der Bedarf nach Pflegenden werde in den kommenden Jahren aufgrund der älter werdenden Bevölkerung noch spürbar steigen, heißt es in einer Mitteilung des DKG. „Die Politik muss die Weichen stellen. Seit eineinhalb Jahren liegt mit einem Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument – der PPR 2.0 – ein von ver.di, Pflegerat und DKG erarbeitetes Konzept auf den Schreibtischen des Bundesgesundheitsministeriums und wartet auf Bearbeitung“, so Gaß. 

Positive Lohnentwicklung 

Zudem müsse aus Sicht der DKG dringend der Arbeitsalltag der Pflegenden entbürokratisiert werden. „Wir fordern hier eine deutliche Kurskorrektur im Gesamtsystem. Unsere Beschäftigten bedienen mit ihrer wertvollen Arbeitszeit eine Misstrauens- und Kontrollbürokratie, deren Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis steht“, kritisiert der DKG-Hauptgeschäftsführer. Auch hier seien vor allem die Politik, aber auch die Krankenkassen gefragt.

Eine positive Entwicklung sieht die Deutsche Krankenhausgesellschaft bei den Gehältern der Pflegenden. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigten, dass die Lohnentwicklung für die Pflegekräfte im Krankenhaus in den vergangenen zehn Jahren positiv war. Die Bruttoverdienste von Fachkräften in Krankenhäusern waren 2020 rund ein Drittel höher als 2010.

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