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QualifizierungsprogrammDürener Krankenhäuser akademisieren Pflegeberuf

Die Hamburger Fern-Hochschule (HFH) zertifiziert das St. Marien-Hospital und das St. Augustinus Krankenhaus als Akademische Lehrzentren für Gesundheitsberufe. Ziel ist es, die Pflege durch akademische Weiterbildung aufzuwerten.

Krankenpflege
Zinkevych/stock.adobe.com

Symbolfoto

Für mehr Qualität in der Patientenversorgung und um die Pflege insgesamt aufzuwerten und zu verbessern, haben sich die Dürener Krankenhäuser St. Augustinus und St. Marien, die beide der Caritas Trägergesellschaft West (CTW) angehören, einen Kooperationspartner aus dem Hochschulbereich gesucht. Anfang der Woche erhielten die zwei konfessionellen Einrichtungen von der Hamburger Fern-Hochschule das Zertifikat „Akademisches Lehrzentrum für Gesundheitsberufe“. Sie sind damit bundesweit die ersten Kooperationspartner der HFH, die an dem neuen Zertifikatsstudium „Perfect Care“ teilnehmen.

„Mit dem Qualifizierungsprogramm möchten wir auf der einen Seite die Berufsgruppe Pflege aufwerten, ihre Akademisierung vorantreiben und die Personalentwicklung in den Kliniken unterstützen. Denn wer in seine Mitarbeiter investiert und ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten bietet, verbessert nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern erzielt auch eine bessere Personalbindung. Auf der anderen Seite möchten wir Studierende für unsere Hochschule gewinnen und ihnen die Möglichkeit bieten, praxisnahe Qualifikationsarbeiten mit und in den Einrichtungen umzusetzen – eine gegenseitige Win-win-Situation also“, erklärt Heinrich Recken, Leiter des HFH-Studienzentrums Essen.

Abschlussarbeiten, Studienprojekte und Praktika

Ab sofort können HFH-Studierende ihre Haus- und Bachelor-Arbeiten sowohl vom St. Augustinus Krankenhaus als auch vom St. Marien-Hospital betreuen lassen, sie können in den Einrichtungen Studienprojekte durchführen oder auch ein Praktikum machen. Und zum Sommersemester, das am 1. Juli 2021 startet, können die ersten Dürener Pflegekräfte berufsbegleitend an dem modular aufgebauten Zertifikatsprogramm „Perfect Care“ teilnehmen.

„Das Besondere an dem neuen berufsbegleitenden ‚Perfect Care‘-Studienkonzept ist, dass es einzelne Qualifizierungsmodule gibt, die sich unsere Pflegenden, aber auch unsere Physiotherapeuten später bei einem anschließenden Studium anrechnen lassen können“, so Sebastian Heilsberger, Pflegedirektor des St. Augustinus Krankenhauses und nebenberuflicher Lehrbeauftragter der HFH.

Pflege aufwerten und Versorgungsqualität verbessern

Dirk Fidorra, Pflegedirektor des St. Marien-Hospitals, erklärt, warum die Akademisierung der Pflege überhaupt so wichtig ist: „Wir haben in den Krankenhäusern ein sehr hohes Maß an Erfahrungskompetenz, die von Pflegekraft zu Pflegekraft, von Station zu Station weitergegeben wird. Was jedoch häufig fehlt ist die Erklärungskompetenz, also begründbares Wissen. Für eine qualitativ hochwertige Pflege sind ein wissenschaftliches Verständnis und eine Ergebniskontrolle jedoch unabdingbar.“

Doch nicht nur für den Pflegebereich, auch für das gesamte Krankenhaus bedeutet die Kooperation einen großen Gewinn, da sind sich die beiden Geschäftsführer, Ulrike Hoberg (St. Marien-Hospital) und Renardo Schiffer (St. Augustinus Krankenhaus) einig: In Zeiten von Fachkräftemangel und stetig steigenden Herausforderungen im Gesundheitswesen sind Personalakquise, -bindung und -entwicklung Schlüsselkriterien für den wirtschaftlichen Erfolg und die Existenzsicherung eines Krankenhauses.

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