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Baden-WürttembergGrünes Licht für Intensivpflege-Modellprojekte

Fünf Modellprojekte an Universitätskliniken in Baden-Württemberg haben das Go der Landesregierung erhalten. Sie sehen eine schnellere Weiterbildung und den zügigeren Personaleinsatz in der Intensivpflege vor.

Krankenpflege
Sudok1/stock.adobe.com

Symbolfoto

An den Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm dürfen nach der Genehmigung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration fünf bundesweit einmalige Modellprojekte starten. Ihr Ziel sei es, ein attraktives Berufsbild in der Pflege und Intensivpflege zu schaffen und zugleich durch die kürzere und an der Qualität ausgerichtete Ausbildungszeit mehr und entsprechend qualifizierte Intensivpflegekräfte für die Krankenhäuser auszubilden. So soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

3+1-Modell

Um die Ausbildungszeit zu verkürzen sieht das sogenannte 3+1-Modell vor, dass unmittelbar an die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann an den Universitätskliniken in Baden-Württemberg die Weiterbildung für eine Tätigkeit auf der Intensivstation erfolgen kann. Qualifizierte Intensivpflegekräfte stünden damit bereits nach insgesamt vierjähriger Aus- und Weiterbildungszeit zur Verfügung stehen. Derzeit beträgt die gesamte Mindestausbildungszeit noch fünfeinhalb Jahre, nämlich drei Jahre Ausbildung als Pflegefachperson, ein Jahr Berufserfahrung und eineinhalb Jahre Weiterbildung.

Ausbildungsinhalte der generalistischen Pflegeausbildung und Weiterbildungsinhalte der Intensivpflege werden im 3+1-Modell so verknüpft, dass die Teilnehmenden gezielt auf das komplexe Berufsfeld der Intensivpflege vorbereitet werden. Die Modellweiterbildung bietet die vollwertige Qualifikation für die Intensivpflege auf einem zeitlich kürzeren Ausbildungsweg, verknüpft mit der Möglichkeit, zusätzliche Fachkräfte für den Arbeitsmarkt der Pflegeberufe nachhaltig zu gewinnen. Die notwendige Qualität wird unter anderem dadurch gesichert, dass Ausbildungsinhalte aus der generalistischen Pflegeausbildung im Bereich Intensivpflege für die Weiterbildung angerechnet werden. Die Prüfungsinhalte unterscheiden sich nicht von denen der bisherigen Weiterbildung.

Begleitprogramm zum Schutz vor Überforderung

Um die Überlastung der Pflegekräfte gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollen unter anderem ein Resilienz-Training, Coaching und Supervision die Ausbildung begleiten. Ebenso sind die Modellträger verpflichtet, Angebote für eine seelsorgerische Betreuung der Auszubildenden über den kompletten vierjährigen Aus- und Weiterbildungszeitraum zur Verfügung zu stellen. Das Modell ist zunächst angelegt auf den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2027. Eine abschließende Evaluierung ist vorgesehen.

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