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Stiftung PatientenschutzPflegesektor trotz Coronavirus vernachlässigt

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Bund und Ländern vorgeworfen, die Pflege wieder einmal außer Acht zu lassen. Noch immer fehle es an Grundversorgung und Personal.

Krankenpflege
Pingpao/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Bund und Ländern vorgeworfen, in den Bemühungen um Lockerungen der strengen Corona-Auflagen den Pflegebereich zu vernachlässigen. Der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch, nannte den Beschluss von Ministerpräsidenten und Kanzleramt vom Mittwoch „absurd“.

„Seit Monaten bekannt“ 

„Die Größe der zu öffnenden Läden wird deutschlandweit quadratmetergenau festgelegt. Jedoch werden bundesweit keine verbindlichen Kriterien aufgestellt, um pflegebedürftige Heimbewohner zu schützen", sagte Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Obwohl hier die größte Risikogruppe lebt, sollen die Heime ihre Probleme selbst lösen.“ Es sei ein „Skandal“, dass die Politik es nicht schaffe, für einen Grundschutz in den 12 000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland zu sorgen. Im Beschluss von Bund und Ländern vom Mittwoch heißt es, in Pflege-, Senioren- und Behindertenheime sollten Infektionen, aber auch soziale Isolation verhindert werden. Den Einrichtungen wird empfohlen, mit Experten Hygienekonzepte zu entwickeln. Brysch kritisierte: „Für das, was fehlt, müssen wir nicht auf neue Konzepte und Spezialisten warten. Das ist seit Monaten bekannt.“ 

„Pflege im Krisenmodus“

Denn gebraucht würden nach wie vor eine dauerhafte Grundversorgung und ausreichend Personal. Caritaspräsident Peter Neher forderte eine langfristige Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Aktuell laufe die „Pflege im Krisenmodus, es geht, so drastisch es klingt, um das nackte Überleben“, sagte Neher der „Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen seien „letztlich zulasten der Pflegekräfte“ gegangen.

Die Krise wirke nun wie ein Brennglas. Neher räumte aber ein, dass die Politik schon vor der Corona-Krise gegengesteuert habe. In der Krisenbekämpfung bescheinigte Neher der Bundesregierung ein überlegtes und klares Vorgehen. „Das gilt im Großen und Ganzen auch für die Sicherung von sozialen Einrichtungen“, betonte der Caritaspräsident.

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