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InnovationsraumPflegestation am Universitätsklinikum Heidelberg eingerichtet

Am Universitätsklinikum Heidelberg eröffnet eine eigens eingerichtete Station für neurologische Erkrankungen unter pflegerischer Leitung. Damit sollen Herausforderungen im Pflegealltag kreativ gelöst werden können.

Innovationsraum Pflege Universitätsklinikum Heidelberg
Universitätsklinikum Heidelberg
Vorne v.l.: Edgar Reisch, Professor Dr. Wolfgang Wick, Christine Faschingbauer, Robin Krüger. Hinten: Das Stations-Team des Innovationsraums Pflege.

Neue Ideen in die Praxis umzusetzen oder eingefahrene Abläufe zu verändern, ist im Pflegealltag bei laufendem Stationsbetrieb kaum möglich, wenn auch von vielen Pflegekräften dringend gewünscht. Im „Innovationsraum - Pflege" der Neurologischen Universitätsklinik, die am 9. November 2020 offiziell eröffnet wird, treten nun elf Pflegekräfte an, um kreative Lösungen für häufig auftretende Probleme in der pflegerischen Praxis zu finden und einzuführen.

Die Station mit zunächst zehn Betten, die in naher Zukunft auf 20 Betten aufgestockt werden soll, steht unter pflegerischer Leitung. Die dort aufgenommenen Patientinnen und Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit haben einen hohen pflegerischen Versorgungsbedarf.

Station unter pflegerischer Leitung

Verantwortung und Planung der nötigen Therapien liegen gleichberechtigt bei den pflegerischen, therapeutischen und ärztlichen Teams. Die Verantwortung für die Organisation der Station innerhalb der Neurologischen Klinik hat das Pflegeteam inne: „Eine Station unter pflegerischer Leitung schafft den geeigneten Raum, um Innovationen unkompliziert in den Pflegealltag zu integrieren, zu erproben und wissenschaftlich auszuwerten", ist Edgar Reisch, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Heidelberg überzeugt.

Die „Innovationsraum Pflege" nimmt eine Vorreiterrolle ein: Das multiprofessionelle Pflege- und Therapeutenteam wird die entwickelten Verbesserungen und Lösungsansätze wissenschaftlich auswerten und publizieren, im neuen Team finden sich dazu Pflegkräfte mit akademischem Abschluss der Pflegewissenschaften. Ein externer Beraterkreis unterstützt dabei.

Parkinson-Komplexbehandlung möglich

Professor Dr. Wolfgang Wick, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik, und Christine Faschingbauer, Pflegedienstleiterin der Kopfklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, erkannten das Potential der neuen Station und stellten die Räumlichkeiten durch Umstrukturierung der bestehenden Stationen zur Verfügung. Dies bildet die Basis für neue Versorgungsmöglichkeiten neurologischer Patienten: „Wir werden im Innovationsraum erstmals in Heidelberg eine Parkinson-Komplexbehandlung anbieten können, die mit hohem pflegerischem Aufwand verbunden ist. Aber auch Patienten mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen wie amyotropher Lateralsklerose, neurologischen Erkrankungen mit dementieller Entwicklung oder spinaler Muskelatrophie werden dort versorgt", erläutert Professor Dr. Alexander Gutschalk, Ärztlicher Leiter des Innovationsraumes.

Arbeiten nach Nurse-led-care-Prinzipien

Den Stein ins Rollen brachten Gesundheits- und Krankenpfleger Robin Krüger, David Eichstädter, stellvertretende Stationsleitung Intensivstation, und Jan-Hendrik Träger, Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege. Sie gründeten im September 2019 die Arbeitsgruppe „Neue Pflege" als eine Plattform für alle Pflegekräfte des Universitätsklinikums, die den gegenwärtigen Herausforderungen ihres Berufs mit konstruktiven Lösungsvorschlägen begegnen wollen.

Das neu eingestellte Team hat sich hohe Ziele gesteckt: Es will die Arbeitsprozesse auf der Station stärker an Patientinnen und Patienten ausrichten, durch flache Hierarchien den Weg zu schnell umsetzbaren Verbesserungen ebnen und flexible Arbeitszeitmodelle in der Pflege erproben. Nach den sogenannten Nurse-led-care-Prinzipien, der von der Pflege geleiteten Krankenversorgung, sind Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte hier gleichberechtigte Kollegen.

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