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KBVÄrzte warnen vor Eklat bei Gesundheitskarte

Die Ärzte haben die Krankenkassen vor einem Eklat bei der weiteren Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte gewarnt.

Die Kassen wollen nach Darstellung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bestimmte, noch nicht vorhandene Möglichkeiten der Karte schneller vorantreiben als bisher geplant. "Das wäre ein Eklat", sagte der KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung zur Gesundheitskarte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Dabei geht es darum, die Adresse und andere Stammdaten der Versicherten auf der Karte per Online-Verbindung zu den Versicherungen - etwa bei einem Umzug - aktualisieren zu können. "Nachdem der damalige Gesundheitsminister Philipp Rösler die Reset-Taste gedrückt und die Überprüfung des gesamten Vorhabens der elektronischen Gesundheitskarte eingeleitet hat, hat die Betreibergesellschaft Gematik ihre Hausaufgaben gemacht", erläuterte Müller. In der Gematik sind Ärzte, Kassen und Kliniken versammelt. "In einzelnen Projekten wurde ausgearbeitet, wie wir beim Notfalldatensatz, den Versichertenstammdaten, der Fallakte des Krankenhauses und der Kommunikation zwischen den Ärzten vorankommen", so Müller.

"Jetzt haben die Kassen angekündigt, sie wollten ein neues Projekt - und zwar nur die Einführung der Online-Prüfung und -Aktualisierung der Versichertenstammdaten", sagte Müller. "Die Kassen versuchen, sich damit aus der Gematik abzunabeln."

Unter dem Schlagwort "Alternative 2012" wollen die Kassen diese Beschleunigung der Online-Anbindung bei den Versichertenstammdaten im Herbst der gemeinsamen Betreibergesellschaft vorschlagen, wie sie angekündigt hatten. Die Karte, die derzeit bundesweit an Versicherte verteilt wird, ist derzeit ebenso wie die alte Versichertenkarte nur offline - also ohne elektronische Kommunikation - verwendbar.

Müller sagte zum Vorpreschen der Kassen: "Das ist nicht im Sinn der Versicherten und der Ärzte, die eine medizinisch nützliche Kommunikation benötigen." Die Ärzte fürchten demnach also, dass der elektronische Austausch medizinischer Patientendaten ins Hintertreffen geraten könnte. "Dann verlieren die Kassen die Ärzteschaft", mahnte Müller.

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