Das sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mittlerweile drohen sich die insgesamt vier Eigner gegenseitig zu blockieren. Das Familienunternehmen B. Braun aus dem nordhessischen Melsungen sei schon seit einiger Zeit bei Rhön engagiert, sagten zwei Insider. Zuletzt habe B. Braun über Kaufoptionen Zugriff auf knapp fünf Prozent der Rhön-Aktien gehabt, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Gemeldet werden müssen solche Optionen erst, wenn ein Konzern die Schwelle von fünf Prozent überschreitet. B. Braun stellt Medizintechnik und chirurgische Instrumente her. Das Unternehmen hatte bereits 2005 einen Vorstoß in den Klinikmarkt gewagt und Asklepios bei seinem Gebot für das Uniklinikum in Gießen und Marburg unterstützt. Den Zuschlag bekam damals allerdings Rhön-Klinikum."
"Es ist das komplette Chaos"
Die Rhön-Aktie drehte nach der Meldung ins Minus. "Viele Hedgefonds, die bis zuletzt auf ein schnelles zweites Übernahmeangebot von Fresenius für Rhön gesetzt haben, werfen nun endgültig das Handtuch", sagte ein Investor zu Reuters. Man könne fast den Eindruck gewinnen, dass mittlerweile alle Firmen aus der Branche an Rhön beteiligt seien. "Es ist das komplette Chaos."
Blockierte Übernahme
Fresenius hatte im April 22,50 Euro je Aktie in bar oder insgesamt 3,1 Milliarden Euro für den fränkischen Konkurrenten geboten. Das entsprach einem Aufschlag von 50 Prozent auf den Kurs der Rhön-Aktie vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Die Frist für das Angebot war Anfang Juli ausgelaufen. Fresenius erreichte nicht die anvisierten 90 Prozent plus eine Aktie, sondern lediglich 84,3 Prozent. Der Fresenius-Konkurrent Asklepios-Kliniken hatten sich noch kurz vor Fristablauf eingeschaltet und 5,01 Prozent an Rhön-Klinikum erworben. Laut Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider wurde so die Übernahme blockiert, ohne eine "konstruktive Alternative" anzubieten. Auch der Klinikkonzern Sana soll laut Börsenkreisen Rhön-Aktien halten.


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