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Brandenburg gehen die Hebammen aus

Der Brandenburger Hebammenverband ist besorgt: Im Land gibt es bei steigenden Geburtenzahlen zu wenige Hebammen, die Zustände seinen unhaltbar.

Foto: Pixabay

Zwar würden deswegen in märkischen Kliniken keine Frauen abgewiesen, erklärte Verbandschefin Martina Schulze am Donnerstag in Fürstenwalde. Allerdings kämen dort auf eine Kollegin mehr als drei hochschwangere Frauen. „Das ist nicht mehr zu verantwortbar“, betonte sie. Um einen Platz für eine Nachbetreuung zu finden, müssten sich Frauen schon kurz nach dem Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft, um einen Platz kümmern. „Das sind unhaltbare Zustände“, ergänzte die Fürstenwalder Hebamme Andrea Janke zu.

Ende dieses Jahres ging die letzte Vollzeit arbeitende Hebamme in Frankfurt (Oder) in den Ruhestand. Übrig blieben dann nur vier nebenberuflich tätige Kolleginnen. Die Lage verschärfe sich derzeit bei aktuell steigenden Geburtenzahlen in der Oderstadt noch. Auch andernorts fehlte es im Land an Hebammen.

Als eine Ursache machte Schulze aus, dass sich immer mehr Hebammen in den Ruhestand verabschiedeten und zu wenig neue im Land ausgebildet werden. „Alle drei Jahre sind es 15 Hebammen“, klagte Grünen-Vorsitzende Petra Budke. Sie sieht das Land in der Pflicht, die Ausbildungskapazitäten aufzustocken. Desweiteren macht sie die sehr hohen Versicherungsgebühren für Hebammen verantwortlich. Daher müsse schnell Abhilfe her. Die Grünen favorisieren hierfür ein öffentliches Model ähnlich der gesetzlichen Unfallversicherung, unterstrich die Landesvorsitzende.

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