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VKDDas Finanzierungssystem der Krankenhäuser muss reformiert werden

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) beklagt das mangelhafte Finanzierungssystem der Krankenhäuser und fordert grundlegende Veränderung. Das Problem erscheint nicht nur dringend, sondern vor allem politisch.

Krankenhauslandschaft
Pixabay

Symbolfoto

Die Finanzierung der Krankenhäuser sei laut Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) schon seit Jahren „auf Kante genährt“. Daraus folgten tiefrote Zahlen sowie auch zunehmend Insolvenzen. Verantwortlich für die flächendeckende Krankenhausversorgung, die dadurch gefährdet ist, sind die Bundesländer.

Endlich erfährt das Problem politische Beachtung

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands blickt deshalb hoffend auf scheinbar zunehmende Gegensteuern und Lösungsversuche. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg forderte nun eine Krankenhaus-Reform. Denn begründet sei die inzwischen instabile Lage vieler Kliniken im Finanzierungssystem über die Fallpauschalen - dieses müsse geändert werden.

„Damit rennt er bei uns offene Türen ein. Diese Meinung vertritt unser Verband seit etlichen Jahren bereits ebenfalls“, sagt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. „Das System ist inzwischen viel zu komplex, es ist ungerecht, benachteiligt vor allem kleine Kliniken und Hochleistungskrankenhäuser, beinhaltet enorme Dokumentationsanforderungen, und produziert damit erhebliche Bürokratie. Es führt zu einem permanenten Kostendruck, da es darauf gerichtet ist, die Vergütungsentwicklung stetig unterhalb der Kostenentwicklung zu halten. Das DRG-System ist ein wesentlicher Grund für zahlreiche schwere Probleme in der stationären Gesundheitsversorgung.“ 

Lösungsansätze des VKD

Daher wurde bereits in der VKD-Jahrestagung 2018 der Vorschlag gemacht, stattdessen jährlich ein Basisbudget zu vereinbaren. Denn dieses käme auch tatsächlich bei den Krankenhäusern an. Die Fallpauschalen sollten lieber für eine leistungsgerechte Verteilung des Budgets eingesetzt werden. Außerdem solle das DRG-System und das Vergütungssystem im Gesamten lieber vereinfacht, als mit noch mehr Komplexität überzogen werden.

Die Einsicht des Ministers, dass die Entwicklung des Versorgungsangebots in den Krankenhäusern nicht allein durch Erlöse definiert werden dürfe, sondern dass es um die langfristige sichere Versorgung gehe, befürwortet der VKD deshalb stark. „Ältere Kolleginnen und Kollegen erinnern sich noch gut daran, wie lange es gedauert hat, das heutige DRG-System zu entwickeln und Schritt für Schritt einzuführen. Es muss daher zügig mit der Weiterentwicklung beziehungsweise Neuentwicklung eines Finanzierungssystems begonnen werden, das dann auch sektorenübergreifende Aspekte zwingen einbeziehen muss“, fordert der VKD-Präsident. „Jeder Schritt, der uns hier voranbringen kann, wird von uns begrüßt.“

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