Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

SchmerzvisiteDokumentationsaufwand mit Software verringern

Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg hat seine Mitarbeiter in der Anästhesiologie durch die Einführung einer mobilen elektronischen Schmerzvisite stark entlastet. Am Ende bleibt mehr Zeit für die Patienten.

Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg ist das erste und bisher einzige private Universitätsklinikum in Deutschland. Im Rahmen der postoperativen Schmerzversorgung haben die Mitarbeiter der Anästhesie dort pro Jahr bis zu 15.000 Patientenkontakte. Dafür sei in der Vergangenheit ein erheblicher Dokumentationsaufwand angefallen, und trotzdem seien viele der erbrachten Leistungen wegen lückenhafter Aufzeichnungen nicht optimal vergütet worden, sagte Privatdozent Martin Zoremba. Der Stress bei den Schmerzvisiten habe sich deutlich auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter ausgewirkt, so der Anästhesist. Mehr als die Hälfte der Zeit pro Visite ging für die Dokumentation drauf. Die Zeit am Patienten wurde von vielen Ärzten als zu kurz empfunden.

Software für die Schmerzvisite
Um das zu ändern, wurde eine Softwarelösung für die Schmerzvisite angeschafft, die auf Tablet-PCs und Laptops bedient werden kann und die in das zentrale PDMS der Klinik integriert ist. Da die Hardware bereits vorhanden war, fielen in toto 15.000 Euro an Softwarekosten an. Durch die elektronische Dokumentation stehen nun relevante Informationen zu den jeweiligen Patienten unmittelbar zur Verfügung. Außerdem wird das "Postprocessing" der Informationen deutlich erleichtert, was den Aufwand für MDK-Berichte oder für Qualitätssicherungsmaßnahmen verringert.

Zeitaufwand hat sich halbiert
Die Ergebnisse dieser Umstellung seien sehr eindrucksvoll gewesen, wie Zoremba betonte. Der Zeitaufwand für die Dokumentation habe sich mehr als halbiert. Dadurch hätten die ärztlichen Kollegen jetzt sehr viel mehr Zeit für die Patienten – obwohl sich die Gesamtdauer der Schmerzvisiten signifikant verringerte. Auch kostenseitig wirkt sich die elektronische Schmerzvisite sehr günstig aus: Allein über eine Verringerung der Drucklizenzkosten lasse sich innerhalb einiger Jahre ein Return on Investment erzielen. Hinzu kommt, dass die Ärzte durch die Verkürzung der Visitendauer etwa 10 bis 15 Prozent an Arbeitszeit sparen, die nun anderweitig genutzt werden kann.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen