Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

Analyse der Bundesagentur für ArbeitEngpässe bei Fachkräften verstärken sich

Ein genereller Fachkräftemangel droht Deutschland nach Einschätzung der Bundesagentur nicht, aber einzelnen Branchen umso mehr. Besonders betroffen sind neben technischen Berufen Tätigkeiten im Gesundheitswesen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) analysiert regelmäßig anhand vorliegender Daten und Informationen Lage und Perspektiven beim Angebot an Fachkräften. Das Ergebnis der aktuellen Analyse bestätigt die bisherige Grundtendenz: "Einen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt es in Deutschland aktuell nicht", sagt Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA). In einzelnen Branchen aber hätten sich die bereits existierenden Mangelsituationen weiter verstärkt. "Konkret sind hier technische und Gesundheits- und Pflegeberufe betroffen", sagt Becker weiter.

Lage im Osten etwas entspannter
Weiterhin schwierig ist der Analyse zufolge die Deckung des Ärztebedarfs. Der Fachkräftemangel bei Humanmedizinern zeigt sich mit Ausnahme der Stadtstaaten in allen Bundesländern. Ebenfalls bundesweit gesucht sind weiterhin examinierte Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte. In den ostdeutschen Bundesländern fällt die Stellenbesetzung nach den Erkenntnissen der Bundesanstalt jedoch noch etwas weniger schwer als im restlichen Bundesgebiet. Einen Mangel an examinierten Altenpflegefachkräften gibt es generell.

Das Problem des wachsenden Fachkräftemangels betrifft neben dem Gesundheitsbereich aber auch Bereiche wie Industrie und Handwerk. Bei den technischen Berufen fehlen Fachkräfte vor allem für Ingenieurstätigkeiten. In drei Berufsgruppen gibt es zudem erstmalig auch bei den nichtakademischen Fachkräften nennenswerte Mangelsituationen. So fehlen Fachkräfte und Spezialisten in der Energietechnik, im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie bei der Fahrzeugführung im Eisenbahnverkehr. Der Mangel bei nichtakademischen Fachkräften zeigt sich insbesondere in den westlichen Bundesländern. Darüber hinaus besteht weiterhin ein Expertenmangel in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie in Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen. Auch hier betrifft der Mangel vor allem die westdeutschen Bundesländer.

Auch Ingenieure fehlen
Auf Bundesebene zeigt sich ferner ein Fachkräftemangel bei Ingenieuren im Bereich Metallbau und Schweißtechnik, der technischen Forschung und Entwicklung, der technischen Zeichnung, Konstruktion und Modellbau sowie bei Experten für die Ver- und Entsorgung. In den IT-Berufen besteht kein genereller Fachkräftemangel. Im Teilbereich Informatik, IT-Anwendungsberatung sowie Softwareentwicklung und Programmierung ist jedoch ein Expertenmangel erkennbar.
Gegenüber früheren Analysen sind damit neue Berufe hinzugekommen, bei denen sich klare Engpasssituationen abzeichnen.

Mehr Infos:
Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit im Internet

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen