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IGES-GutachtenErsatzkassen drängen auf Reform der Krankenhausstrukturen

Infolge eines aktuellen IGES-Gutachtens fordert der Verband der Ersatzkassen e. V. (VDEK) nach der Bundestagswahl eine Reform der Krankenhausstrukturen, darunter die Leistungskonzentration in Ballungsgebieten.

Notfall
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Der Verband der Ersatzkassen e. V. (VDEK) fordert die Politik auf, nach der Bundestagswahl eine Reform der Krankenhausstrukturen in Deutschland anzugehen. Durch Konzentration auf weniger Standorte – vor allem in Ballungsgebieten – müsse die Qualität der Versorgung erhöht und die Leistungsfähigkeit der Versorgungsstrukturen langfristig gesichert werden, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des VDEK. Angesichts geringer werdender personeller und finanzieller Ressourcen sei dies zunehmend wichtig. Ein aktuelles Gutachten des IGES Instituts, das der VDEK in Auftrag gegeben hatte, stützt die Forderungen.

„Wir wollen eine hochwertige Qualität der Krankenhausversorgung und größtmögliche Patientensicherheit. Das IGES-Gutachten zeigt, dass Konzentration hier einen wesentlichen Beitrag leisten kann“, so Elsner bei der Vorstellung des Gutachtens auf dem VDEK-Zukunftsforum am 21. April 2021. Frühere Untersuchungen hatten belegt, dass Behandlungen dort qualitativ besser sind, wo sie öfter durchgeführt werden. Mindestmengenregelungen müssen nach Ansicht des Verbandes daher ein Element der Strukturplanung sein.

Konzentration der Leistungserbringung auf größere Standorte

Elsner betonte, es sei richtig, dass die Politik eine Ausweitung der Mindestmengenregelungen diskutiere, derzeit gebe es solche Regelungen lediglich für sechs Bereiche. Die Vorgaben müssten aber auch von den Krankenhäusern vollständig umgesetzt werden. Die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen erschweren es den Kassen enorm, ihre Zahlungen einzustellen, wenn Mindestmengenvorgaben nicht eingehalten werden. So haben zum Beispiel im Jahr 2019 von insgesamt 1088 Standorten, die in Deutschland Knieoperationen durchführen, 16,5 Prozent die Mindestmengenfallzahl von 50 Eingriffen nicht erreicht. Gerade in einzelnen Ballungsräumen lag der Anteil noch höher. Zum Vergleich: In Finnland liegt die Mindestmenge für Knie-OPs bei 300 Eingriffen.

Der VDEK fordert eine stärkere Konzentration der Leistungserbringung. Um die Leistungserbringung auf weniger, aber größere Standorte zu verteilen, ist nach Ansicht des Verbandes das Mitwirken der Bundesländer unerlässlich. Laut Elsner müsse die Krankenhausplanung sich an bundesweiten Rahmenvorgaben orientieren, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt werden sollten.

Ambulante Öffnung der "Landkrankenhäuser"

Um die Qualität der Versorgung auch in ländlichen Regionen aufrecht zu erhalten und künftig weiter zu verbessern, fordert der Verband, die vernetzten Strukturen auszubauen. Grund: Fallzahlen sind in ländlichen Gebieten oft zu gering, um Leistungen zum Beispiel auf Fachkrankenhäuser zu konzentrieren. Daher ist nach Ansicht des VDEK eine generelle ambulante Öffnung dieser „Landkrankenhäuser“ sinnvoll. Ein Know-how-Transfer kann zudem über „digitale Kooperationen“ ländlicher Krankenhäuser mit größeren Zentren in Ballungsgebieten erfolgen. Hier gibt es bereits erfolgreiche Beispiele bei der Schlaganfallversorgung oder der Infektiologie.

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