Die höchsten Steigerungen bei den Fallzahlen gibt es laut Bericht bei Krankheiten des Kreislaufsystems sowie bei Muskel- und Skeletterkrankungen. Besonders Behandlungen mit "medizinisch eher planbaren Charakter" weisen große Steigerungen auf. So stiegen die Fallzahlen bei der Spondylose um 26 Prozent, die damit weit über dem durchschnittlichen Anstieg der Fallzahlen bei allen Behandlungen von 8,4 Prozent lag.
Der Forschungsbericht wurde vom Hamburger Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg und seinem Berliner Kollegen Reinhard Busse im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung erstellt.
GKV sieht sich bestätigt
Beim GKV-Spitzenverband sieht man sich mit der eigenen Einschätzung bestätigt, dass nicht sinkende Preise für ein Mengenwachstum in den Krankenhäusern verantwortlich sind. "Richtig ist: Steigt der Preis, steigt auch die Menge", sagt GKV-Vizevorsitzender Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg. Allerdings sagt auch der GKV, dass die Ergebnisse dieses Berichtes keine Aussage darüber zulassen, ob der Anstieg der Fallzahlen medizinisch notwendig oder doch eher ökonomisch getrieben war. Dazu reichte nämlich die verfügbare Datengrundlage nicht aus.
DKG: Demografische Entwicklung verantwortlich
Zu einem anderen Ergebnis kommt die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Das Bericht bestätige, dass Morbidität und Mortalität maßgeblich für die Leistungsentwicklung der Kliniken seien und dass der demographische Effekt, weit mehr als bisher von den Krankenkassen angenommen, die Leistungsentwicklung bestimme. "Dieses Gutachten belegt, dass Behauptungen, die Krankenhäuser würden aus ökonomischen Gründen medizinisch nicht notwendige Leistungen erbringen, keinerlei empirische Grundlage haben. Das Gutachten sollte zum Anlass genommen werden, diese Diskussion endgültig zu beenden", so DKG-Präsident Alfred Dänzer.




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