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TransparenzGKV sieht Reformbedarf in der Krankenhausversorgung

Der GKV-Spitzenverband sieht durch die Corona-Pandemie Schwächen der Krankenhausversorgung aufgedeckt. Der Verband fordert mehr Transparenz und einheitliche Qualitätsvorgaben bei den Kliniken.

Notfall
Spotmatikphoto/stock.adobe.com

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Während die Krankenhäuser im Pandemiejahr 2020 mit 13 Prozent weniger Fällen so wenige Menschen behandelt haben wie seit Jahren nicht mehr, haben sie ihre Erlöse um 15 Prozent gesteigert. Während der Eindruck entstand, dass die Kliniken wegen der Corona-Pandemie flächendeckend an ihrem Limit arbeiteten, waren im Jahresdurchschnitt nur zwei Prozent der Krankenhausfälle Corona-Kranke. Trotzdem haben Krankenhausvertretende in Berlin versucht, die Mindestvorgaben für Pflegepersonal zu verhindern und damit die Versorgungsqualität zu verschlechtern.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) fordern als Lehre aus der Corona-Pandemie mehr Transparenz und einheitliche Qualitätsvorgaben bei den Kliniken. Das in der Krise eingeführte DIVI-Register mit tagesaktuellen Daten zu Intensivbetten mache es möglich, Kapazitäten zu erkennen, anzupassen und die Versorgung besser zu planen, erklärte der GKV-Spitzenverband am 16.6.2021. Eine zügige Ausweitung auf alle Krankenhausbereiche sei „notwendig und machbar".

Die Pandemie habe zudem gezeigt, dass die stationäre Versorgung stärker strukturiert werden müsse. Kliniken ohne Intensivstationen hätten wenig zur Krisenbewältigung beitragen können. Um die Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern, bedarf es einer bundesweit einheitlichen Struktur der Krankenhauslandschaft. So können einerseits Schwerpunktzentren und Spezialkliniken aus- und aufgebaut werden, die das Leistungsgeschehen konzentrieren und für bessere Behandlungen gerade bei schweren Erkrankungen, wie z. B. Krebs, sorgen. Zum anderen müssen Kliniken am Bedarf der Bevölkerung in den unterschiedlichen Regionen ausgerichtet werden, damit insbesondere im ländlichen Raum langfristig eine gute Versorgung auch mit Geburtshilfe und Kinderkliniken sichergestellt ist.

Das „goldene Jahr der Krankenhausfinanzierung" dürfe nicht über den gewaltigen Reformbedarf hinwegtäuschen, sagte Stoff-Ahnis mit Blick auf 2020. Die Einnahmen der Kliniken stiegen laut GKV-Spitzenverband auf 92,5 Milliarden Euro aus Kassen- und Bundesmitteln, nachdem es 2019 noch 80,3 Milliarden Euro gewesen seien. Das habe die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser in der Pandemie gesichert, es seien aber auch strukturelle Schwächen mit Geld zugedeckt worden.

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