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Seltene EinigkeitGKV-Spitzenverband und BMG verständigen sich auf Finanzierung

Die Coronavirus-Pandemie stellt für das deutsche Gesundheitssystem eine beispiellose Herausforderung dar. Dabei rückt auch die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung in den Blick. Laut GKV-Spitzenverband sei man sich über deren künftige Finanzierung mit der Politik grundlegend einig.

Krankenkasse
Fotolia/Birgit Reitz-Hofmann

Symbolfoto

Die gesetzliche Krankenversicherung unterstützt ausdrücklich die kurzfristig vom Gesetzgeber und von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der weiteren Ausbreitung des Virus, zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung sowie zum Ausgleich pandemiebedingter finanzieller Belastungen von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen betroffenen Leistungserbringern.

Die frühzeitig ergriffenen Maßnahmen der politisch Verantwortlichen, das herausragende Engagement und die Flexibilität aller beteiligten Berufsgruppen und Institutionen, aber auch die solide Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung habe es möglich gemacht, dass Deutschland im internationalen Vergleich bisher gut durch die Krise gekommen sei.

Höherer Bundesanteil an gesetzlicher Krankenversicherung

„Aufgrund der zusätzlichen Corona-Ausgaben einerseits und der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme mit Beitragsrückgängen andererseits rückt nun auch die Frage der finanziellen Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung in den Blick. Darüber haben wir in einer offenen und konstruktiven Atmosphäre mit dem Bundesgesundheitsminister gesprochen,“ erklärte Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. 

„Wir waren uns einig“, so Pfeiffer weiter, „dass sowohl im Jahresverlauf als auch im Blick auf die Entwicklung in den Folgejahren die Stabilität der GKV-Finanzen eine herausragende Rolle spielt. Deshalb wird, auch darin waren wir uns einig, spätestens im Herbst mit dem Bundesfinanzminister über einen höheren Bundesanteil an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sprechen sein.“

Vier Handlungsfelder für die finanzielle Stabilität der GKV

Damit die gesetzlichen Krankenkassen die gesundheitliche Versorgung ihrer 73 Millionen Versicherten weiterhin uneingeschränkt sicherstellen können, müssen dem GKV-Spitzenverband zufolge zeitnah Maßnahmen ergriffen werden:

  • zur unmittelbaren Sicherung der Liquidität von Krankenkassen und Gesundheitsfonds
  • zur Übernahme der den Krankenkassen auferlegten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsschutzes
  • zum finanziellen Ausgleich der pandemiebedingten Netto-Mehrausgaben der Krankenkassen
  • zur Vermeidung massiv steigender Zusatzbeiträge in den Jahren 2020 und 2021

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