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Fusion Bremer KrankenhäuserJetzt geht's los

Die Verschmelzung der vier städtischen Kliniken zu einer „Einheitsgesellschaft” unter dem Dach der Muttergesellschaft Gesundheit Nord soll im Januar erste Forma annehmen. Es gibt erste konkrete Überlegungen, Skepsis herrscht bei den Mitarbeitervertretern.

Verschmolzen werden sollen die fünf eigenständigen städtischen GmbHs – die Kliniken in Ost, Nord, Mitte, Links der Weser und dazu ihre Holding Gesundheit Nord (Geno). Der städtische Klinikverbund hat mit Millionenverlusten im jährlichen Betrieb zu kämpfen. Ob für einen Neubau, dessen Richtfest kürzlich gefeiert wurde (siehe Bild), die kalkulierten 230 Millionen Euro ausreichen, bleibt fraglich. Die Annahme von Optimisten, im Herbst könnten erste Abteilungen die neuen Räume beziehen, war zu kühn: Es wird voraussichtlich ein Dreivierteljahr länger dauern, berichtet der "Weser Kurier".

Erste Schritte zum Einheitsbetrieb haben die Bremer schon gemacht: Die Fäden vieler bettenferner Unternehmensbereiche – vom Datenschutz bis zum Controlling, von der Rechtsabteilung bis zur Logistik – laufen bereits bei der Dachgesellschaft Gesundheit Nord zusammen. Zugleich gibt es an den vier Standorten aber unverändert vier Chefetagen, in denen GmbH-Geschäftsführer gesellschaftsrechtlich Verantwortung für "ihren" Betrieb tragen.

Zu den Reformansätzen, die derzeit als Diskussionsgrundlage auf Senatsebene zu Papier gebracht werden, gehört deshalb neben der Auflösung der vier Klinik-GmbHs auch eine Veränderung in der Führungsstruktur der städtischen Krankenhäuser. Als ein Modell steht offenbar zur Debatte, dass es dann keine GmbH-Geschäftsführer mehr gibt, die womöglich in Interessenvertretung einzelner Standorte die Strategie der Dachgesellschaft konterkarieren könnten. Vielmehr gäbe es noch eine Geno-Geschäftsführung und darunter vier Standort-Leiter, die Ansprechpartner sind, um den Klinikbetrieb vor Ort zu regeln, berichtet die Zeitung.

Bei den Überlegungen und Planungen zu einer "Einheitsgesellschaft" sind zudem die Betriebsräte gefragt – an den vier Standorten und auch im Konzern insgesamt. Belegschaftsvertreter am Klinikum Links der Weser hatten jüngst nach einer Versammlung mit den Beschäftigten betont, sie wären mit einer Fusion nicht einverstanden. Dies wurde mit einem entsprechenden Beschluss unterlegt.

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