Danach benachteiligen die Kassen Versicherte mit hohem Kostenrisiko oft schon bei der Anwerbung. Daneben habe es aber auch Versuche gegeben, Ältere oder Kranke herauszudrängen, heißt es in dem Bericht, aus dem zuerst die "Frankfurter Rundschau" zitiert hatte.
Nach Darstellung des Bundesversicherungsamtes hatten Mitarbeiter einer Krankenkasse kurzfristig sogar versucht, behinderte und chronisch kranke Menschen am Telefon zur Kündigung zu bewegen. "Die dargestellte Verfahrensweise verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Sozialgesetzbuches und wird der Verantwortung der gesetzlichen Krankenkassen gerade auch bei der medizinischen Versorgung von behinderten und chronisch kranken Menschen nicht gerecht", rügt die Behörde.
Bahr spricht von "Rosinenpickerei"
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat sich befremdet über die Diskriminierung von Alten und Kranken bei Krankenkassen geäußert. "Es ist nicht in Ordnung, dass einzelne Krankenkassen versuchen, Rosinenpickerei zu betreiben", sagte Bahr am Mittwoch in Berlin. Die Verantwortung für solches Fehlverhalten trügen die Kassen-Vorstände, das gehe "bis zur Haftung des Vorstandes". Positiv wertete Bahr den Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes (BVA) mit der Auflistung der kritisierten Praktiken. Der Bericht zeige, dass die Aufsicht handele und die Gesetzeslage klar sei.


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