Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

FacharztbesucheKBV fordert Kassentarife mit Eigenbeteiligung

Rund 18 Mal gehen die Bundesbürger pro Jahr zum Arzt. Die Ärzte wollen diese Rate nun mit neuen Einschränkungen senken.

Gesetzlich versicherte Patienten sollen nach dem Willen der Kassenärzte nur noch mit Überweisung zu Orthopäden, Haut- oder anderen Fachärzten gehen. Der Gesetzgeber solle den Weg für drei Wahltarife bei der Krankenkasse freimachen, zwischen denen die Versicherten dann wählen müssten, forderte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler. Als Standard schlägt die KBV einen Tarif vor, bei dem die Versicherten immer zuerst zu ihrem Hausarzt gehen müssten. Die KBV hofft, dass sich die oft langen Wartezeiten bei Fachärzten so reduzieren lassen. Gegen die rekordverdächtig hohe Zahl von Arztbesuchen in Deutschland brauche es mehr Steuerung, forderte Köhler in einer Positionsbestimmung zur Bundestagswahl. Zu Jahresbeginn war erst die Praxisgebühr abgeschafft worden, weil sie nicht zu einer deutlichen Abnahme der Arztbesuche geführt hatte.

Neue Verwendung für die EGK
Die Versicherten sollen der Idee zufolge aber auch Tarife wählen können, bei denen die Arztwahl komplett frei bleibt. Dafür sollen dann Eigenbeteiligungen fällig werden, oder die Versicherten sollen die Behandlung beim Facharzt zunächst selbst zahlen und sich das Geld dann zurückerstatten lassen. Auf der elektronischen Gesundheitskarte (EGK) solle vermerkt werden, wenn die Versicherten solche Tarife wählen. Die Kassen kündigten Gegenwehr an. "Eigenbeteiligungen oder Vorauskasse als Preis für die freie Arztwahl lehnen wir ab", sagte Verbandssprecher Florian Lanz.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen