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Weltärztepräsident MontgomeryKeine Alternative zum Einsatz Corona infizierter Ärzte

Prof. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, spricht sich für den Einsatz symptomfreier an COVID-19 erkrankter Ärzte und Pflegekräfte aus. Dies sei notwendig, da die aktuelle Notlage zu lange unterschätzt wurde. 

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery
Tobias Hase/Picture Alliance

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Vorstandes des Weltärztebundes.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes Prof. Frank Ulrich Montgomery hat sich für den Einsatz Corona infizierter Ärzte und Pflegekräfte in Kliniken als letzte Maßnahme ausgesprochen. "Wenn es gar nicht anders geht, ist es immer noch besser, dass ein symptomfrei an COVID erkrankter Arzt sich um einen Patienten kümmert, als dass sich niemand um ihn kümmert", sagte Montgomery bei Phoenix. Das sei ein sehr bedauerlicher Zustand, "aber es kann sein, dass es dazu keine Alternative gibt". Er stellte klar, dass dieses medizinische Personal sich ausschließlich um Corona-Patienten kümmere.

Zusäzlich kritisierte der Weltärztechef den Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus, die aktuelle Notlage unterschätzt zu haben. Dass der Einsatz infizierter Ärzte und Pflegekräfte nötig ist, sei "Ausdruck einer Mangelsituation im Gesundheitswesen. Das wissen wir schon seit langem, darauf bereiten wir uns seit langem vor. Aber außer Worten ist bei Herrn Westerfellhaus nicht viel passiert", so der Vorwurf Montgomerys.

Deutschland stehe in der Corona-Krise im Vergleich zu allen anderen Industriestaaten am besten da. Dies sei ein Verdienst der Aufklärungsarbeit des Bundesgesundheitsministers: "Deutschland ist schon ein Leuchtturm, und das ist sehr Jens Spahn zu danken, der sehr früh angefangen hat, die Bevölkerung auf das vorzubereiten, was jetzt passiert", erklärte Montgomery. Viele andere Länder in unserem Kulturkreis hätten diese Pandemie völlig verschlafen. "Gucken Sie nach Großbritannien, da bricht gerade eine zweite Katastrophe los. Und von Amerika will man in diesem Fall gar nicht reden", so der Weltärztechef.

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