Georg Thieme Verlag KG

Mecklenburg-VorpommernKommission soll Versorgungskonzept erarbeiten

Die 37 Krankenhausstandorte in Mecklenburg-Vorpommern sollen laut Beschluss des Landtags erhalten bleiben. Eine Kommission soll nun um ein zukunftsfähiges medizinisches Versorgungskonzept erarbeiten.

Krankenpflege
Zinkevych/stock.adobe.com

Symbolfoto

Ungeachtet wachsender Kosten und zunehmender Engpässe beim Personal sollen alle 37 Krankenhausstandorte in Mecklenburg-Vorpommern erhalten bleiben. Das geht aus einem Beschluss des Landtags hervor, der am Donnerstag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und Linke sowie der Grünen im Parlament verabschiedet wurde. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, eine Kommission einzusetzen. Diese soll unter Beteiligung von Verbänden und Krankenkassen zukunftsfähige Konzepte für die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern entwickeln und deren Umsetzung voranbringen. AfD und FDP enthielten sich in der Abstimmung, die CDU stimmte gegen den Antrag.

Vor allem in ländlichen Regionen ist der Fortbestand von kleinen Kliniken gefährdet. Das Krankenhaus in Crivitz etwa konnte nur erhalten bleiben, weil der Landkreis Ludwigslust-Parchim es übernommen hat und das Land massive Hilfen beisteuert.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) räumte unter Hinweis auf den medizinischen Fortschritt und vor allem auf die veränderte Bevölkerungsstruktur großen Reformbedarf ein. „Wir müssen in vielen Bereichen des Gesundheitswesens Änderungen vornehmen und moderner werden“, sagte sie.

Dem Beschluss zufolge sollen Kooperationen vertieft, die Anwendung der Telemedizin erweitert und frühere Versorgungsmodelle wie Polikliniken als Versorgungszentren reaktiviert werden. Solche Vorschläge hatte bereits die frühere Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ gemacht.

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel

Handlungsdruck ergibt sich laut Drese insbesondere aus den veränderten Versorgungserfordernissen durch eine immer älter werdende Bevölkerung. Dabei komme im Nordosten oft zusammen, dass gerade in dünn besiedelten ländlichen Regionen mit weiten Wegen zur nächsten Klinik viele ältere Menschen leben. Mecklenburg-Vorpommern sei vom demografischen Wandel besonders früh betroffen. Es sei ein „überdurchschnittlicher Behandlungs- und Pflegebedarf bei gleichzeitigem Fachkräftemangel zu erwarten“, sagte Drese.

Sie machte deutlich, dass eine Reihe von Reformen auch in die Zuständigkeit des Bundes falle. Mehrere Redner forderten Veränderungen in der Krankenhaus-Finanzierung. In der Kritik steht seit langem die Vergütung nach Fallpauschalen, die unter anderem zu Lasten der Kinder- und Jugendmedizin geht.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!