VKD und AKG

Krankenhäuser begrüßen MDK-Reformpläne

Die Politik reagiert auf eine gravierende Schieflage, die viele Krankenhäuser wirtschaftlich in Schwierigkeiten gebracht hat“, kommentiert der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Referentenentwurf für ein MDK-Reformgesetz.

Foto: VKD

Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings.

„Der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist in den letzten Jahren immer mehr zu einer Gelddruckmaschine für eine ganze Reihe von Krankenkassen geworden – und zu einer Gefahr für die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern“, so Düllings. „Die eigentlich richtige Zielsetzung der Rechnungsprüfung wurde zweckentfremdet und zur Zwangsrabattierung missbraucht.“ Der nun vorgelegte Referentenentwurf zeige, dass die Politik dem unfairen Treiben der Krankenkassen und der Instrumentalisierung des MDK ein Ende setzen will, das absehbar zu einer Beschädigung flächendeckender Versorgungsstrukturen führen würde.

„Zu begrüßen ist insbesondere die geplante Abkoppelung des Medizinischen Dienstes von den Krankenkassen und seine Überführung in ein unabhängiges Prüfinstitut. Eine zentrale Forderung des VKD“, so der VKD-Präsident. „Ungeachtet noch zu diskutierender, durchaus schwieriger Details – der Teufel steckt ja, wie wir wissen, oft im Detail - besteht damit die Chance, dass der Schiedsrichter wirklich Unparteiischer wird. Zu begrüßen ist ebenso die Abschaffung der Aufrechnung von strittig gestellten Rechnungen mit unstrittigen Rechnungen sowie die vorgesehene Begrenzung der maximal zulässigen Prüfungen mittels Obergrenzen für Prüfquoten.“

Was im Referentenentwurf fehle, sei eine Klarstellung der Unterscheidung zwischen Falschabrechnung und strittiger Versorgungsform. Dr. Düllings: „Die Behauptung, 50 Prozent der Abrechnungen seien falsch, stimmt nicht. Eine Analyse der Daten des MDK Nordrhein durch Kaysers Consilium hat ergeben, dass über 96 Prozent der Abrechnungen korrekt sind. Was als Falschabrechnung behauptet wird, sind korrekte Abrechnungen von Leistungen, die der MKD als falsche Versorgungsform einstuft.“

Auch AKG sieht Referentenentwurf positiv

„Wir freuen uns über das mutige Reformvorhaben und sehen darin großes Potential für eine neue Vertrauensbasis zwischen den Vertragspartnern der stationären Versorgung auf der Ortsebene“, freut sich auch Helmut Schüttig, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG), über den jüngsten Referentenentwurf aus dem Hause Spahn. „Die institutionelle und personelle Unabhängigkeit des neuen Medizinischen Dienstes (MD) ist eine wichtige Grundlage für ein Ende des Wettrüstens zwischen Krankenhäusern und Kostenträgern“, so Schüttig weiter.

„Aus der Perspektive der großen kommunalen Versorger ist die Einbindung von Patientenvertretern sowie ärztlicher und pflegerischer Experten in den Verwaltungsräten der regionalen MDs ein wichtiger Schritt, um auch die Versorgungsperspektive vor Ort in das Bewusstsein der Abrechnungsprüfung einzubinden, erklärt Dr. Matthias Bracht die Position der AKG.

„Viel zu oft gehen die jüngsten Reformen nicht über institutionelle oder strukturelle Veränderungen hinaus und verbessern viel zu selten die tatsächliche medizinische und pflegerische Versorgung vor Ort“, so Dr. Bracht.Versorgungslücken dürfen nicht als Abrechnungsfehler bewertet werdenAllein mit der Begrenzung von Prüfquoten sind die Probleme mit vermeintlich fehlerhaften Krankenhausabrechnungen nicht zu beheben.

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